Index der Welthungerhilfe Hunger in der Welt geht zurück

Stand: 13.10.2014 12:37 Uhr

Die Zahl der Hungernden geht weltweit zurück. Als unterernährt gelten zwar immer noch etwa 805 Millionen Menschen. Im Vorjahr hatte die Zahl der chronisch Unterernährten allerdings noch bei 842 Millionen gelegen. Die Welthungerhilfe wies bei der Vorstellung des Welthunger-Index 2014 darauf hin, dass der Hunger seit 1990 kontinuierlich abgenommen hat - insgesamt um 39 Prozent. In 14 vorwiegend afrikanischen Staaten sei die Lage aber "sehr ernst", in Burundi und Eritrea sogar "gravierend", teilte die Welthungerhilfe mit.

Welthungerindex 2014
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Afrika und Asien bleiben die Kontinente mit den größten Ernährungsproblemen.

Verbesserungen in Panama, Thailand, Ghana

Verschlechtert hat sich die Lage laut aktuellem Index im Irak, in Swasiland, den Komoren und Burundi. Deutliche Verbesserungen gibt es unter anderem Panama, Ägypten, Thailand, Ghana, Mexiko und Vietnam. In Swasiland geht die schwierige Lage nach Ansicht der Experten vor allem auf die extreme Verbreitung von HIV zurück. In dem kleinen Land im südlichen Afrika sind 26,5 Prozent der Erwachsenen mit dem Virus infiziert, die Infektionsrate ist höher als in jedem anderen Land. Burundi wiederum finde nach einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg erst langsam zu Frieden und politischer Stabilität zurück.

Schwierige Lage im Irak

Im Irak, der wegen seiner Ölquellen ein potenziell reiches Land ist, wächst der Hunger vor allem wegen der andauernden Gewalt und des Zustroms syrischer Flüchtlinge. Auch kritisieren die Experten die Qualität der Grundversorgung in dem arabischen Land, in dem ein großer Teil des Wirtschaftslebens staatlich kontrolliert ist. Seit 1990 - dem Jahr der irakischen Invasion in Kuwait - hat sich der Anteil unterernährter Menschen an der irakischen Bevölkerung laut Welthungerhilfe mehr als verdoppelt.

"Verborgener Hunger" betrifft zwei Milliarden Menschen

Ein weiteres gravierendes Problem sieht die Welthungerhilfe im sogenannten verborgenen Hunger, der Mangelernährung. Diese Art der Unterernährung, bei der zu wenig Vitamine und Mineralstoffe aufgenommen werden, um ein gesundes Leben zu führen, betrifft nach Schätzungen der Hilfsorganisation mehr als zwei Milliarden Menschen. Hauptfaktoren für diese Form der Mangelernährung, die zu einer erhöhten Kindersterblichkeit und einem geschwächten Immunsystem führen, sei vor allem Armut. Große Bedeutung messen die Experten aber auch dem Bildungsgrad von Frauen bei, der Studien zufolge oft darüber entscheidet, ob eine Familie Wert auf nährstoffreiche Ernährung legt.

Die Welthungerhilfe warnte zudem vor den Folgen der Ebola-Epidemie in Westafrika für die Versorgung mit Nahrungsmitteln. Die Epidemie werde "in den kommenden Monaten erhebliche Auswirkungen auf die Ernährungslage in den betroffenen Ländern haben", erklärte die Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann. "Die Welt muss jetzt stärker zusammenrücken, um diesen Herausforderungen zu begegnen, wir brauchen den Mut zu bedingungsloser Solidarität", forderte sie.

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