Der Deutsche Manfred Weber (CSU), Kandidat für die EVP-Spitzenkandidatur zur Europawahl. | Bildquelle: dpa

EVP-Spitzenkandidat Was Weber will

Stand: 08.11.2018 15:14 Uhr

Ein Europa, in dem sich Europäer zu Hause fühlen - das wünscht sich der neue EVP-Spitzenkandidat Weber. Klare Worte richtet er auch an Nationalisten und Populisten. Einen erwähnt er jedoch nicht.

Von Karin Bensch, ARD-Studio Brüssel

"Was für ein besonderer Tag", sagte Manfred Weber vor seinen europäischen Parteikollegen in Helsinki. Weber ist zum neuen Spitzenkandidaten der Konservativen in Europa gewählt worden. Der 46-jährige CSU-Mann stammt aus Niederbayern und ist seit vier Jahren Fraktionschef der Europäischen Volkspartei (EVP) im Europaparlament, zu der auch CDU und CSU gehören.

EVP nominiert Manfred Weber als Spitzenkandidaten
tagesthemen 22:15 Uhr, 08.11.2018, Markus Preiß, ARD Brüssel zzt. Helsinki

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Weber erhielt 79,2 Prozent der Stimmen von den mehr als 700 Delegierten und setzte sich damit ganz klar gegen seinen Konkurrenten, den Finnen Alexander Stubb, durch, der lediglich 20 Prozent der Stimmen erhielt. Der Marathonläufer nahm es sportlich: "Das war ein Rennen unter Gentlemen. Und es war in vielen Bereichen ein gutes Rennen", sagte Stubb.

Der unterlegene Kandidat Stubb (re.) gratuliert Weber. | Bildquelle: REUTERS
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Der unterlegene Kandidat Stubb (re.) gratuliert Weber.

Wird Weber Nachfolger von Juncker?

Für Weber bedeutet der Sieg, dass er nun für die EVP in den Europawahlkampf ziehen wird. Falls die Konservativen nach der Wahl Ende Mai 2019 wieder stärkste Kraft im EU-Parlament werden sollten, hätte Weber eine gute Chance neuer Kommissionspräsident und damit Nachfolger von Jean-Claude Juncker zu werden.

Doch wofür steht Weber eigentlich? In seiner Rede vor der Abstimmung machte sich der Niederbayer für eine EU stark, die wieder mehr den Bürgern zuhören muss. "Ich möchte ein Europa, das die Interessen der Bürger respektiert und schützt", sagte Weber, "und ein Europa, in dem sich Europäer zuhause fühlen."

Darüber hinaus steht Weber für strengere Grenzkontrollen an den Außengrenzen der Europäischen Union. Illegale Migration müsse gestoppt werden. Das werde vielen ein Gefühl geben, in einem sicheren und geschützten Zuhause zu leben, sagte Weber.

Niemand soll Europa spalten

Ganz klar positionierte sich der neue EVP-Spitzenkandidat zu den Beitrittsverhandlungen mit der Türkei: Das Land könne kein Mitglied der Europäischen Union werden, sagte Weber vor seinen europäischen Parteikollegen.

Die EU befände sich in schwierigen Zeiten, sagte er mit Blick auf den Brexit, die Migration und Populisten, die den Sinn und Zweck der Europäischen Union anzweifeln. Weber nannte ganz konkret den italienischen Innenminister Matteo Salvini von der rechten Partei "Lega", Marine Le Pen, die Vorsitzende der rechtsradikalen französischen Partei "Front National" und die EU-skeptische polnische PiS-Partei. "Ich erlaube keinem dieser Nationalisten und Egoisten, Europa zu spalten", sagte Weber.

Nähe zu Orban

Den rechtspopulistischen Ministerpräsidenten Viktor Orban aus Ungarn erwähnte Weber in seiner Rede allerdings nicht. Seit längerem wird Weber bereits dafür kritisiert, dass er Orban und seine Fidesz-Partei nicht aus der EVP hinauswirft, weil sie vielen Werten der Fraktion nicht mehr entsprechen. Seine Nähe zu Orban könnte ein Problem für Weber im Europawahlkampf werden.

Bis zur Europawahl ist es noch ein halbes Jahr. "Steht auf, lasst uns ein neues Kapitel aufschlagen. Lasst uns damit direkt hier in Helsinki starten", appellierte Weber und bekam dafür von seinen Parteikollegen viel Applaus.

Manfred Weber ist Spitzenkandidat der EVP
Karin Bensch, ARD Brüssel
08.11.2018 14:20 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 08. November 2018 die tagesschau um 15:00 Uhr und tagesschau24 um 15:00 Uhr.

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