Menschen vor dem Schiefen Turm von Pisa | picture alliance / Eibner-Presse

Dürre in Italien Verona und Pisa limitieren Trinkwasser

Stand: 03.07.2022 14:17 Uhr

Italien leidet unter der heftigsten Trockenheit seit Jahrzehnten. Deshalb darf Trinkwasser jetzt auch in Verona und Pisa nicht mehr für Gärten und Schwimmbäder verwendet werden. Ein Dürre-Notstand droht.

Wegen der sich zuspitzenden Dürre-Krise in Italien hat Verona die Nutzung von Trinkwasser stark eingeschränkt. Dieses darf bis zum 31. August tagsüber nur noch zur Nahrungsaufnahme, zur Körperhygiene und zur Reinigung im Haushalt verwendet werden.

Von 6 bis 21 Uhr ist es verboten, Gärten und Sportplätze zu bewässern, Autos zu waschen und Schwimmbäder zu befüllen, wie der neue Bürgermeister Damiano Tommasi in einer Verordnung bekannt gab.

Bis zu 500 Euro Bußgeld

Bei Zuwiderhandlung drohen Strafen bis zu 500 Euro. In der Nacht - von 21 bis 6 Uhr - sind die Tätigkeiten zwar erlaubt, die Stadt bittet aber ihre Bürger, davon abzusehen. Auch in Pisa unterzeichnete Bürgermeister Michele Conti eine ähnliche Anordnung. In der bei Touristen beliebten Stadt in der Toskana darf ab 11. Juli Trinkwasser nur noch im Haushalt verwendet werden.

Niedrigster Pegelstand seit 70 Jahren

Italien leidet unter der heftigsten Trockenheit seit Jahrzehnten. Viele Flüsse wie etwa der Po weisen die niedrigsten Pegelstände seit mehr als 70 Jahren auf. In etlichen Gemeinden vor allem in Norden müssen die Leute schon seit Wochen Wasser sparen, Tanklaster werden vielerorts zum Auffüllen der Wasserspeicher eingesetzt. Städte wie Mailand haben großen Brunnen schon das Wasser abgedreht.

Ausrufen des Notstand steht bevor

Ein halbes Dutzend Regionen ersuchte die Regierung in Rom bereits, den Notstand auszurufen, um weitere Hilfsgelder und Einsätze des Zivilschutzes zu ermöglichen. Ministerpräsident Mario Draghi kündigte an, dass ab Montag entsprechende Schritte folgen könnten.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 03. Juli 2022 um 06:02 Uhr.