Jemeniten inspizieren den Ort, an dem saudi-geführte Luftangriffe auf zwei Häuser stattfanden, Sanaa. | EPA

Nach Huthi-Attacken Saudis greifen Ziele im Jemen an

Stand: 26.03.2022 14:01 Uhr

Die saudisch geführte Kriegskoalition hat Ziele im Jemen angegriffen. Zuvor hatten Huthis ein Öllager in Saudi-Arabien angegriffen - nahe der Formel-1-Strecke von Dschidda. Das morgige Rennen findet dennoch statt.

Kampfflugzeuge der Kriegskoalition unter Führung Saudi-Arabiens haben eine Reihe von Luftangriffen gegen Ziele im Jemen geflogen. Dabei seien die Hauptstadt Sanaa und Hudeida am Roten Meer attackiert worden, berichtet die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA. Dort habe es Gefahrenquellen für Saudi-Arabien gegeben, so Koalitionssprecher Turki al-Malki.

Nach Angaben der schiitischen Huthi-Rebellen wurden mindestens sieben Menschen getötet und drei weitere verletzt, darunter auch Frauen und Kinder.

Löscharbeiten an zwei durch Luftangriffe zerstörten Häusern in Sanaa. | EPA

In Sanaa wurden mehrere Häuser zerstört. Bild: EPA

Huthis: Verstoß gegen Waffenstillstand

Im Internet verbreitete Bilder zeigten Flammen und Rauchwolken über Sanaa und Hudeida. Das Medienbüro der Huthis erklärte, die Angriffe hätten ein Kraftwerk, eine Tankstelle und Gebäude für Wachpersonal einer Sozialversicherung in Sanaa getroffen. Beweise legte das Büro nicht vor und ließ auch keine Journalisten zum Schauplatz des Geschehens.

Außerdem seien in Hudeida Ölanlagen getroffen worden, hieß es weiter. Dies sei ein Verstoß gegen den 2018 für die Stadt geschlossenen Waffenstillstand. Auch die nahe gelegene Hafenstadt Port Salif sei bombardiert worden. Koalitionssprecher Al-Malki war für eine Stellungnahme dazu zunächst nicht zu erreichen.

Formel-1-Rennen findet statt

Die vom Iran unterstützten Huthis aus dem Jemen hatten gestern mehrere Ziele in Saudi-Arabien angegriffen und unter anderem zwei Öltanks in Dschidda getroffen, wo am Wochenende ein Rennen der Formel 1 stattfindet. Lange war darüber diskutiert worden, ob es angesichts der Sicherheitslage abgesagt werden soll - offenbar war auch ein Boykott der Fahrer im Gespräch.

Die besorgten Piloten ließen sich aber zur Teilnahme an dem Rennen überzeugen, so dass der Weltverband Fia und die Formel-1-Chefs am Morgen verkündeten: Alles läuft weiter wie geplant. Umfassende Sicherheitsgarantien der saudischen Regierung seien der Grund für die Entscheidung.

Die Huthis haben seit einiger Zeit ihre Angriffe auf Ölfördereinrichtrungen in Saudi-Arabien intensiviert. Das Treibstofflager des Ölkonzerns Aramco war bereits im November 2020 getroffen worden. Die Huthis sprachen damals von einem Marschflugkörper. Damals kostete die Reparatur etwa 1,36 Millionen Euro. In der Anlage werden Diesel, Benzin und Flugzeugtreibstoff für den Einsatz in Dschidda gelagert.

Im Jemen führen Saudi-Arabien und der Iran, die beide um die Vorherrschaft in der Region ringen, einen Stellvertreterkrieg. Während der Iran die schiitischen Huthi-Rebellen unterstützt, führt Saudi-Arabien eine Gruppe sunnitisch geprägter Golfstaaten im Kampf gegen diese Aufständischen an. Saudi-Arabien unterstützt damit die international anerkannte jemenitische Regierung von Abd-Rabbu Mansur Hadi, die von den Huthi-Rebellen 2014 aus der Hauptstadt Sanaa vertrieben worden war.

Die Karte zeigt Saudi-Arabien mit der Hafenstadt Dschidda

Die vom Iran unterstützten Huthis griffen mehrere Ziele in Saudi-Arabien an - und haben unter anderem einen Öltank in Dschidda getroffen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. März 2022 um 11:00 Uhr in den Nachrichten.