Venezolanische Streitkräfte mit Hubschrauber und Panzerfahrzeugen am Flughafen Francisco García de Hevia nahe der Grenze zu Kolumbien. | Bildquelle: JOHNNY PARRA/EPA-EFE/REX

Venezuela Manöver an der Grenze zu Kolumbien

Stand: 11.09.2019 07:10 Uhr

Venezuela hat an der Grenze zu Kolumbien ein Militärmanöver mit 150.000 Soldaten begonnen. Präsident Maduro nennt als Grund eine "Androhung von Aggression" - von wem sie ausgegangen sein soll, ist unklar.

An der Grenze zu Kolumbien haben venezolanische Streitkräfte mit einer Militärübung begonnen. Bis zum 28. September sollen 150.000 Soldaten exerzieren, teilte Kommandeur Remigio Ceballos mit. An die Grenze zum westlichen Nachbarstaat wurden Tanker, Raketenwerfer und Flugzeuge verlegt.

Die Truppen stünden bereit, um mögliche Angriffe Kolumbiens, der USA oder andere Bedrohungen abzuwehren, sagte Ceballos. Venezuelas Präsident Nicolas Maduro schrieb auf Twitter, nun sei der Moment gekommen, "unsere Souveränität und nationalen Frieden zu verteidigen". Angesichts einer "Androhung von Aggression gegen Venezuela" versetzte er alle Militäreinheiten an der 2200 Kilometer langen Grenze in erhöhte Alarmbereitschaft.

Gegenseitige Feindseligkeiten

Das Verhältnis zwischen dem sozialistischen Venezuela und dem konservativ regierten Kolumbien hatte sich verschlechtert, seit Teile der Rebellengruppe Farc angekündigt hatten, wieder zu den Waffen zu greifen. Der vor drei Jahren geschlossene Friedenspakt zwischen Farc und Regierung ist damit brüchig.

Kolumbiens Staatschef Iván Duque warf Venezuela vor, den Guerillakämpfern Unterschlupf zu gewähren. Maduro wiederum bezichtigte ihn, in Kolumbien feindliche Gruppen zu beherbergen, die seine Regierung stürzen wollten.

Kolumbien hat sich im venezolanischen Machtkampf wie etwa 50 weitere Staaten hinter Oppositionsführer Juan Guaidó gestellt, der sich selbst zum Übergangspräsident ernannt hatte. Maduro brach daraufhin seine Beziehungen nach Bogotá ab.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. September 2019 um 09:00 Uhr.

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