Im Ort San Cristobal geben erste Befürworter ihre Unterschrift für das von der Opposition angestrebte Referendum zur Amtsenthebung von Präsident Maduro ab.

Energiekrise in Venezuela Opposition will Präsident Maduro stürzen

Stand: 28.04.2016 04:56 Uhr

In Venezuela wird die Stromkrise immer schwerwiegender - und die Opposition des Landes will als Schuldigen Präsident Maduro aus dem Amt heben. Dafür hat sie nun ein Referendum gestartet, das nach ihrem Willen noch in diesem Jahr abgehalten werden soll.

Venezuelas Opposition will den sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro stürzen. Dafür haben Oppositionspolitiker ein Referendum zur Amtsenthebung Maduros gestartet. Innerhalb von 30 Tagen müssen für das Referendum 196.000 Stimmen gesammelt werden, dann landet der formale Antrag zur Prüfung vor dem Wahlgerichtshof.

Segnet dieser den Antrag ab, muss die Opposition anschließend nochmals vier Millionen Stimmen gewinnen, um den Entscheid endgültig durchzusetzen. Ziel der Opposition ist es, ihr Referendum noch in diesem Jahr durchzuführen.

In der Hauptstadt Caracas stellten sich Hunderte Menschen an, um die Petition für das Referendum zu unterschreiben. In der Menge waren Rufe wie "Diese Regierung wird stürzen" zu hören. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtete, befürworten Umfragen zufolge zwei Drittel der Bevölkerung einen Wechsel im Präsidentenamt.

Einschnitte wegen Stromkrise als "waghalsig" kritisiert

Mehrfach hatten Oppositionspolitiker Maduro für die von ihm verordneten Einschnitte zur Lösung der derzeitigen Energiekrise kritisiert - so etwa die Einführung der Vier-Tage-Arbeitswoche, um Strom zu sparen. Der Schritt sei in einem Land, das in einer Wirtschaftskrise stecke und mit extremer Inflation zu kämpfen habe, geradezu "waghalsig", hieß es von Oppositionsseite. Doch Maduro verschärfte seine Schritte jüngst nochmals, indem seine Regierung für Staatsbedienstete eine gerade einmal zweitägige Arbeitswoche anordnete.

Zudem gelten in Venezuela weitere Maßnahmen, um dem Mangel an Energie vorzubeugen: Landesweit wird vier Stunden täglich der Strom ausgestellt. Die einzige Ausnahme bildet dabei die Hauptstadt Caracas. Auslöser der Energiekrise ist eine anhaltende Dürre, wodurch der Wasserstand in den 18 Talsperren des Landes extrem gesunken ist. Aus ihnen speist Venezuela seine Stromerzeugung.

Landesweite Proteste gegen Einschränkungen

Nach Bekanntgabe der neuesten Maßnahmen in Form der Zwei-Tage-Woche für Staatsangestellte kam es landesweit zu Protesten und Plünderungen. Medien berichteten über Barrikaden, die angezündet und Läden wie Bäckereien, die geplündert wurden. In der Stadt Maracaibo im Nordwesten Venezuelas wurden mehr als 100 Menschen festgenommen.

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