Guaidó, Air Force General Luis Carlos Cordoba und der kolumbiansche Außenminister Carlos Holmes Trujillo auf einem roten Teppich am Militärflughafen in Bogota | Bildquelle: AP

Venezuela-Krise Wie weiter, Juan Guaidó?

Stand: 25.02.2019 06:45 Uhr

Nach den dramatischen Ereignissen an Venezuelas Grenzen am Wochenende bleibt die Stimmung angespannt. Der selbst ernannte Übergangspräsident Guaidó trifft heute Staatschefs der Lima-Gruppe und US-Vizepräsident Pence zu Beratungen.

Von Anne-Katrin Mellmann, ARD-Studio Mexiko-Stadt, zzt. Caracas

Seit dem Wochenende ist Venezuelas selbst ernannter Übergangspräsident Juan Guaidó nicht mehr im Land. Und es ist unklar, ob und wann er zurückkehren kann: Schon am Freitag hatte er die Grenze nach Kolumbien überquert - dem Ausreiseverbot der sozialistischen Maduro-Regierung zum Trotz.

In Cúcuta führte der 35-Jährige am Samstag den Transport der Hilfsgüter in Richtung Grenzübergänge an und scheiterte. Die Aktion endete in Chaos und Gewalt, Lkw mit Hilfsgütern gingen in Flammen auf. Hunderte Menschen wurden bei Auseinandersetzungen mit venezolanischen Sicherheitskräften und Paramilitärs verletzt. An der venezolanisch-brasilianischen Grenze gab es sogar Tote. Guaidó hat der Welt den Beweis geliefert: Die Maduro-Regierung sei zu allem bereit, um dringend benötigte Hilfe zu verhindern.

Machtkampf eskaliert: Tote und Verletzte bei Ausschreitungen
tagesschau 12:00 Uhr, 25.02.2019, Xenia Böttcher, ARD Mexiko City

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Konflikt um Hilfslieferungen

"Das ist ein sehr schwieriger Moment für unser Land. Gestern haben wir ein beispielloses Verbrechen gesehen. Hilfsgüter, die andere Länder uns geschickt haben und die Kolumbien für uns aufbewahrt hat, wurden verbrannt. Venezolanische Freiwillige wollten die Hilfe in unser Land bringen. Heute haben sie nochmals darauf gedrängt - aber vergeblich. Wieder beginnt für Venezuela ein Tag in der schweren Krise, die hätte gemildert werden können", so Guaidó in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá, wo er heute die Staatschefs der Lima-Gruppe und US-Vize Mike Pence trifft. Dort wurde Guaidó mit rotem Teppich und militärischen Ehren empfangen. In Venezuelas Hauptstadt Caracas nennt ihn Nicolas Maduro die "Marionette von Donald Trump" und einen "Putschisten".

Während der dramatischen Ereignisse an den Grenzübergängen, die Maduro kurz vor Beginn der Hilfsgüter-Transporte hatte schließen lassen, feierte die sozialistische Regierung mit ihren Anhängern, tanzte Maduro mit seiner Frau auf der Bühne und kündigte später die diplomatischen Beziehungen zum Nachbarn Kolumbien.

Angespannte Stimmung an der Grenze zu Venezuela | Bildquelle: AP
galerie

Angespannte Stimmung im Grenzgebiet von Kolumbien und Venezuela

Machtkampf erreicht neuen Höhepunkt

Der Machtkampf  hat einen neuen Höhepunkt erreicht: Der venezolanische Analyst Vicente León nennt ihn einen Krieg. Dass es Guaido weder geschafft hat, die humanitäre Hilfe ins Land zu bringen, noch das Militär zu spalten, bedeute keine Niederlage in diesem Krieg.

"Wer in eine Schlacht zieht, muss damit nicht den Krieg gewinnen. Es geht darum, den Gegner zu schwächen. In diesem Krieg wird es noch viele Schlachten geben. In der Schlacht um humanitäre Hilfe hat die Opposition die Regierung an diesem Wochenende gezwungen, Hilfslieferungen zu attackieren und zu blockieren und damit ihr internationales Bild verschlechtert", so León. "Man hat eine Regierung gesehen, die unterdrückt und zu Gewalt greift. Viel wichtiger ist aber das Bild, das unsere verarmte Bevölkerung jetzt hat: Obwohl sie leidet, greift die Regierung die Hilfslieferungen an, die die Menschen so dringend brauchen."

Das schiebe die Verantwortung klar auf die Seite der Maduro-Regierung. Auch wenn sich die extreme Versorgungskrise wegen der ausgeweiteten US-Sanktionen in den kommenden Wochen verschärfen dürfte, werde die Bevölkerung die Schuld daran Maduro geben, meint León. Das wird den Druck im Land erhöhen.

Insofern hat Guaidó im Streit um die humanitäre Hilfe mehr gewonnen als die Maduro-Regierung. Verlierer sind die Menschen, die unter der Krise leiden.

Venezuela-Krise: Wie weiter, Juan Guaidó?
Anne-Katrin Mellmann, ARD Mexiko City
25.02.2019 06:56 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. Februar 2019 um 06:11 Uhr.

Darstellung: