Ein Anhänger der Opposition in Venezuela steht vor Soldaten | Bildquelle: REUTERS

Militär setzt Tränengas ein Gespannte Lage an Venezuelas Grenze

Stand: 23.02.2019 20:52 Uhr

Venezuelas Opposition will Hilfsgüter über die gesperrten Grenzen aus Nachbarländern einführen. Aus Kolumbien versuchten Konvois, die Militärblockade zu überwinden. Staatschef Maduro brach die Beziehungen zu Kolumbien ab.

Im Kampf zwischen Opposition und sozialistischer Regierung um die Macht in Venezuela haben sich die Spannungen an den Grenzen des verarmten Krisenstaats verschärft. Die vom selbsternannten Interimspräsidenten Juan Guaidó, Gegenspieler des Staatschefs Nicolás Maduro, organisierten Konvois mit Hilfsgütern setzten sich in Kolumbien und Brasilien in Bewegung Richtung Venezuela.

Lkw durchbrechen Barriere

Vier Lastwagen durchbrachen auf einer Brücke nahe dem kolumbianischen Grenzort Ureña eine Barriere. Sicherheitskräfte von Staatschefs Maduro beschossen den Konvoi und den sie zu Fuß begleitenden Menschen daraufhin mit Tränengas und Gummigeschossen. Mindestens sechs Menschen wurden verletzt, wie die Sender VPI-TV und CNN en Español berichteten.

Machtkampf in Venezuela spitzt sich zu
tagesschau 20:00 Uhr, 23.02.2019, Matthias Ebert, ARD Mexiko-Stadt

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Die Lastwagen passierten nur eine erste Barriere in der Mitte der Grenzbrücke Francisco de Paula Santander, dann wurden sie auf venezolanischer Seite von den Sicherheitskräften angehalten.

Laut Oppositionsführer Guaidó passierte ein Lastwagen mit Hilfsgütern von Brasilien aus bereits die Grenze. Eine unabhängige Bestätigung gab es dafür zunächst nicht.

Hunderte Demonstranten, überwiegend Anwohner, protestierten in Ureña gegen die von Maduro verfügte Schließung der Übergänge - und wurden von Sicherheitskräften mit Tränengas und Gummigeschossen zurückgedrängt.

Die Demonstranten zündeten ihrerseits Autoreifen an und bewarfen die Polizei mit Steinen. Mindestens 20 Menschen wurden bei den Zusammenstößen verletzt, wie der Sender Radio Caracol meldete. Die Demonstranten waren vor allem Bewohner des Grenzgebiets, die täglich die Grenze überqueren, entweder zum Einkaufen oder zur Arbeit.

Lebensmittel sind knapp

Maduro hat die Grenzen geschlossen, um die Einfuhr der Hilfsgüter zu blockieren. In Venezuela herrscht zwar eine schwere Lebensmittelknappheit. Die Regierung mutmaßt aber, Guaidó wolle mit den Hilfslieferungen eine ausländische militärische Intervention und den Sturz Maduros einleiten.

Die gezielte Verteilung von Lebensmitteln an Anhänger ist überdies für die Maduro-Regierung ein Mittel, soziale Kontrolle auszuüben. Die Macht Maduros würde weiter geschwächt, wenn die Opposition die Not der Bevölkerung in dem eigentlich ölreichen Staat lindern könnte.

Kolumbiens Staatschef Iván Duque forderte die freie Einfuhr von Hilfsgütern. Die Blockade der Transporte sei ein "Attentat gegen die Menschenrechte", sagte Duque in Cúcuta auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Guaidó und dem chilenischen Präsidenten Sebastián Piñera. Auch Guaidó rief die venezolanischen Sicherheitskräfte auf, sich "auf die Seite der Verfassung" zu stellen und die Hilfsgüter durchzulassen.

Maduro verkündet Abbruch der Beziehungen zu Kolumbien

Als Reaktion auf die Unterstützung Kolumbiens bei den Hilfslieferungen brach Maduro alle diplomatischen Beziehungen zu dem Land ab. Bei einer Kundgebung in der Hauptstadt Caracas sagte er, die "faschistische Regierung von Kolumbien" müsse all ihre diplomatischen Vertreter binnen 24 Stunden aus Venezuela abziehen.

Maduro | Bildquelle: REUTERS
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Staatschef Maduro vor Anhängern: Diplomatische Vertreter Kolumbiens sollen das Land binnen 24 Stunden verlassen.

In Kolumbien standen 600 Tonnen Hilfsgüter bereit, in Brasilien weitere 200 Tonnen Medikamente und Nahrungsmittel. Ein Schiff mit 200 Tonnen sei außerdem am Samstag von Puerto Rico ausgelaufen, erklärte der Oppositionsabgeordnete Miguel Pizarro in Caracas.

Tausende freiwillige Helfer und Anhänger Guaidós wollen gegebenenfalls die Nahrungsmittel und Medikamente von Kolumbien aus mit den eigenen Händen ins Land bringen, falls die Lastwagen nicht die Grenzübergänge durchkreuzen können. Sie gehen dabei ein hohes Risiko ein. Befürchtet wurde ein Blutvergießen, falls Soldaten die Menschen mit Gewalt stoppen.

Der Interimspräsident, der inzwischen von Dutzenden Staaten und auch Deutschland anerkannt ist, machte sich nach eigenen Angaben auf den Weg an die Grenze. Guaidó war am Freitag unbehelligt nach Kolumbien gereist, um dem Benefizkonzert "Venezuela Aid Live" in Cúcuta beizuwohnen. Viele westliche Staaten unterstützen den jungen Politiker, andere wie Russland und China stehen auf Seite der Führung in Caracas.

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Mega-Konzert "Venezuela Aid Live" an der Grenze zwischen Kolumbien und Venezuela

Menschen stehen vor einer Konzertbühne in Cúcuta

Tausende Menschen haben bei dem Benefizkonzert "Venezuela Aid Live" in der kolumbianischen Grenzstadt Cúcuta Musikern wie Luis Fonsi, Juanes und Maluma zugejubelt. | Bildquelle: AFP

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. Februar 2019 um 20:00 Uhr.

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