Menschen gehen nach einem Erdbeben in Venezuela neben einer Absperrung in Caracas entlang | Bildquelle: REUTERS

Krisenstaat in Lateinamerika Starkes Erdbeben erschüttert Venezuela

Stand: 22.08.2018 08:50 Uhr

Venezuela ist von einem Erdbeben der Stärke 7,3 erschüttert worden. Berichte über Verletzte liegen bislang nicht vor. Die Naturkatastrophe kommt mitten in einer politischen und humanitären Krise: Millionen Venezolaner sind ins Ausland geflohen.

Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,3 hat Venezuela erschüttert. In Teilen des Landes brach Panik aus, Berichte über Tote oder Verletzte lagen aber zunächst nicht vor. Auf Fotos in örtlichen Medien und in den sozialen Netzwerken waren Risse an Gebäuden zu sehen. In der Hauptstadt Caracas wurden zahlreiche Gebäude evakuiert. Das Mobilfunknetz bracht wegen der vielen Anrufe nach dem Beben zeitweise zusammen.

Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS ereignete sich das Beben gegen 17.30 Uhr Ortszeit (23.30 Uhr MESZ). Zu diesem Zeitpunkt waren viele Menschen auf dem Rückweg von der Arbeit. Das Epizentrum lag demnach im Nordosten nahe der Küste des Bundesstaates Sucre in 123 Kilometern Tiefe. Die venezolanische Erdbebenwarte Funvisis gab die Stärke des Bebens dagegen mit 6,3 an.

2,3 Millionen Venezolaner bereits geflohen

Das Beben könnte die seit langem andauernde schwere politische und humanitäre Krise weiter verschärfen. In den vergangenen Monaten verließen Hunderttausende Venezolaner ihre Heimat, wo Grundnahrungsmittel und Medikamente rar geworden sind und die Regierung immer härter gegen Andersdenkende vorgeht. Nach UN-Angaben haben bislang 2,3 Millionen Menschen in anderen Ländern Zuflucht gesucht. Das sind über sieben Prozent der Gesamtbevölkerung.

Starkes Erdbeben im Nordosten Venezuelas
22.08.2018, tagesschau 20:00 Uhr

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Venezuelas Nachbarland Kolumbien hat bereits mehr als 800.000 Menschen aufgenommen. Auch Ecuador registrierte in der vergangenen Woche Tausende Venezolaner an der Grenze von Kolumbien nach Ecuador. Bis zu 3000 waren es zuletzt täglich. Beobachter sprechen von einer der größten Fluchtbewegung in der Geschichte Lateinamerikas. Allerdings sind die Anrainer selbst arm und mit der Integration der Geflüchteten zunehmend überfordert. In Brasilien kam es zuletzt bereits zu fremdenfeindlichen Angriffen auf Venezolaner.

Um den Ansturm zu bremsen, verlangt Ecuador von den Venezolanern bei der Einreise nun gültige Pässe. Peru will am kommenden Wochenende nachziehen. Reiche Venezolaner hingegen kehren der Region ganz den Rücken und setzen sich nach Miami oder gleich nach Spanien ab. In Madrid kaufen immer mehr wohlhabende Venezolaner Luxusimmobilien, wie die spanische Wirtschaftszeitung "El Economista" berichtet.

Flüchtlinge in Venezuela | Bildquelle: MARIA PAULA GOYES/EPA-EFE/REX/Sh
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Jeden Tag verlassen Tausende Menschen ihre Heimat.

UN-Sondergesandter gefordert

Angesichts der zunehmenden Probleme fordert Kolumbien einen UN-Sonderbeauftragten für die Flüchtlingskrise. Die Nachbarländer müssten gemeinsam Maßnahmen ergreifen, um der Lage Herr zu werden, sagte der kolumbianische Außenminister Carlos Holmes Trujillo. Bei einem Besuch in New York in den kommenden Tagen werde er UN-Generalsekretär Antonio Guterres bitten, einen Sondergesandten zu bestellen. Die kolumbianische Regierung unterstütze zudem eine Dringlichkeitssitzung des Ständigen Rates der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), so Trujillo.

Ecuador lud zudem die Außenminister von 13 süd- und zentralamerikanischen Länder zu einem Krisentreffen ein. Dabei solle es um eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Regierungen bei den "ungewöhnlichen Migrationsströmen" gehen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. August 2018 um 08:30 Uhr und 09:00 Uhr.

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