Machtkampf in Caracas: Demonstranten und Militär an der Militärbasis "La Carlota" | Bildquelle: AFP

Machtkampf in Venezuela Schwere Zusammenstöße in Caracas

Stand: 30.04.2019 22:19 Uhr

Nachdem Oppositionsführer Guaidó zu Demonstrationen aufgerufen hat, ist es in Venezuela zu schweren Auseinandersetzungen gekommen. Ein gepanzertes Fahrzeug überrollte mehrere Menschen. Guaidó setzt darauf, dass weitere Militärs überlaufen.

Nach der Befreiung des Oppositionellen Leopoldo López ist es in Venezuela zu schweren Zusammenstößen zwischen Regierungsgegnern und Sicherheitskräften gekommen. In der Hauptstadt Caracas fuhr ein gepanzertes Fahrzeug vor der Luftwaffenbasis La Carlota in eine Gruppe von Demonstranten. Laut der Nachrichtenagentur AFP gab es mehrere Verletzte. Auch Schüsse fielen - von wem oder von wo sie kamen, ist unklar.

Tausende Demonstranten waren zu dem Stützpunkt gekommen. Einige waren mit Stöcken und Molotow-Cocktails bewaffnet, sie warfen Steine auf Nationalgardisten. Die Sicherheitskräfte feuerten Tränengaskartuschen in die Menge.

Nach Regierungsangaben erlitt ein Soldat eine Schussverletzung. Venezuelas Verteidigungsminister Vladimir Padrino schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, ein Oberst der Nationalgarde sei auf einer Straße in der Nähe des Stützpunktes durch einen Schuss am Hals verletzt worden. Er machte die Oppositionsführung dafür verantwortlich.

Neue Eskalation im Machtkampf in Venezuela
nachtmagazin 00:15 Uhr, 01.05.2019, Esther Saoub, SWR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Aufruf von Guaidó

Der selbst ernannte Interimspräsident Juan Guaidó hatte auf dem Militärstützpunkt zu Demonstrationen aufgerufen. Er sagte, er habe im Machtkampf mit dem umstrittenen Staatschef Nicolás Maduro die Unterstützung von Teilen der Armee erhalten. Zuvor war der seit Jahren inhaftierte Oppositionelle Leopoldo López nach eigenen Angaben von abtrünnigen Soldaten aus dem Hausarrest befreit worden.

López hat nach Angaben des chilenischen Außenministers inzwischen Schutz in der Residenz des chilenischen Botschafters in Caracas gesucht. López, seine Frau und seine Tochter seien Gäste in der diplomatischen Mission, teilte Roberto Ampuero auf Twitter mit.

Guaidó erklärte, seine "Operation Freiheit" gehe jetzt in die entscheidende Phase. Per Video und Twitter rief er das Militär auf, sich von Maduro abzuwenden und sich ihm anzuschließen. Die Streitkräfte hätten "die richtige Entscheidung getroffen".

Machtkampf in Caracas: Angehörige der Nationalgarde, die sich auf die Seite der Opposition stellen | Bildquelle: AFP
galerie

Mehrere Mitglieder der Nationalgarde stellten sich in Caracas auf die Seite der Opposition.

Militär als entscheidender Faktor

Noch ist unklar, wie viele Armeeangehörige tatsächlich auf Guaidós Seite stehen. Die sozialistische Regierung von Maduro sprach von einer kleinen Gruppe, die sich Guaidó angeschlossen habe. Einige "Verräter "aus den Reihen des Militärs hätten einen Putschversuch unternommen, teilte Informationsminister Jorge Rodríguez mit.

Xenia Böttcher, ARD Mexiko-Stadt, zzt. Caracas, zur Lage in Venezuela
nachtmagazin 00:15 Uhr, 01.05.2019

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Verteidigungsminister Padrino sagte, es habe sich um einen unbedeutenden Widerstand gehandelt, der abgewehrt worden sei. Padrino gelobte der Regierung von Maduro die Treue. "Die Streitkräfte halten an der Verteidigung der nationalen Verfassung und seiner legitimen Behörden fest", schrieb er auf Twitter. In einer Rede an das Oberkommando der Streitkräfte warnte er die Opposition. Sie trage die Schuld für den Fall von "Gewalt, Tod oder Blutvergießen".

Das Militär gilt als der entscheidende Faktor im Machtkampf in Venezuela. Vor allem dank seiner Unterstützung kann sich Maduro seit Monaten an der Macht halten. Guaidó hat die Streitkräfte immer wieder dazu aufgerufen, die Seiten zu wechseln - bislang allerdings mit nur geringem Erfolg. Kleinere Aufstände einfacher Soldaten gegen Maduros Regierung wurden bereits mehrfach niedergeschlagen.

alt Anne-Katrin Mellmann

Einschätzung

Der erbitterte Machtkampf zwischen Guaidó und Maduro dürfte mit dem Überraschungscoup um den Oppositionellen Leopoldo López nun in seine Endphase einbiegen.
Gelingt es Guaidó auch dieses Mal nicht, Maduro aus dem Präsidentenpalast zu vertreiben, wird er zusammen mit López im Gefängnis landen. Wie lange erwartet, entscheidet das Militär: Unterstützt der Großteil weithin Maduro, dann hat der Aufstand keine Aussicht auf Erfolg. Sollten die Soldaten allerdings dem Aufruf folgen, könnte Maduro nur noch versuchen, ins Ausland zu fliehen. Kuba wäre ein mögliches Ziel.

Anne-Katrin Mellmann, ARD-Studio Mexiko-Stadt

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. April 2019 um 20:00 Uhr.

Darstellung: