Demonstranten auf der Straßen halten Schilder hoch.  | Bildquelle: dpa

Machtkampf in Venezuela "Wir wollen einen Wechsel"

Stand: 31.01.2019 01:05 Uhr

Tausende Menschen sind in Venezuela für den selbst ernannten Präsidenten Guaidó auf die Straße gegangen. Der gab sich bei einer Rede kämpferisch. Mexiko und Uruguay arbeiten an einer diplomatischen Lösung des Konflikts.

Inmitten des Machtkampfs zwischen der Regierung und der Opposition sind in Venezuela erneut Tausende Demonstranten gegen den umstrittenen Staatschef Nicolás Maduro auf die Straße gegangen. Sie schwenkten venezolanische Flaggen und zeigten Transparente mit der Aufschrift "Freiheit", "Respektiert die Menschenrechte", "Streitkräfte, findet eure Würde wieder" und "Guaidó Präsident".

Mit Töpfen als Trommeln und Hupen gaben sie ihrem Protest lautstarken Ausdruck. Die Demonstranten riefen die Streitkräfte dazu auf, die Seiten zu wechseln und humanitäre Hilfslieferungen ins Land zu lassen. "Wir wollen in einem freien Land leben", sagte eine Demonstrantin in Caracas. "Das Volk ist aufgewacht. Wir wollen einen Wechsel."

Guaidó bleibt bei seinem Kurs

"Venezuela ist eine Diktatur", sagte der selbst ernannte Interimspräsident Guaidó bei einem Protestmarsch der Zentraluniversität in Caracas. "Wir wollen ein Ende der unberechtigten Machtübernahme und Neuwahlen."

Guaidó, will sich von den Ermittlungen der regierungstreuen Justiz gegen ihn nicht von seinem Kurs abbringen lassen. Er mache sich keinen Kopf darüber, dass der Oberste Gerichtshof ihm in diesem Zusammenhang auch die Ausreise aus dem Land verboten habe, sagte Guaidó.

Venezuelas selbsternannter Präsident Guaido | Bildquelle: AFP
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Venezuelas selbst ernannter Präsident Guaidó spricht sich für ein Ende der unberechtigten Machtübernahme und Neuwahlen aus.

Konferenz soll Lösung suchen

Mexiko und Uruguay planen eine internationale Konferenz zur Lösung der Venezuela-Krise. Das Treffen soll am 7. Februar in der uruguayischen Hauptstadt Montevideo stattfinden. Die mexikanische Regierung teilte mit, sie rechne damit, dass sich mindestens zehn Länder und internationale Organisationen beteiligen.

"Das Ziel der Konferenz wird es sein, die Grundlage für einen neuen Dialogmechanismus zu schaffen, der alle Kräfte in Venezuela mit einschließt, um dabei zu helfen, Frieden in dem Land wiederherzustellen," heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der Regierungen von Uruguay und Mexiko.

Journalisten festgenommen

Inmitten der Staatskrise nahmen die Behörden des Landes gestern zwei französische Journalisten fest. Die Reporter seien beim Filmen des Präsidentenpalastes festgenommen worden, verlautete aus Diplomatenkreisen. Auch ihr Produzent in dem südamerikanischen Land wird seither von der Polizei festgehalten. Die beiden Franzosen arbeiteten für den Sender TMC (Télé Monté-Carlo). Es gebe bislang keinen Kontakt zu den Festgenommenen.

Zuvor waren laut SNTP bereits zwei chilenische Journalisten und ihre venezolanischen Begleiter ebenfalls am Präsidentenpalast festgenommen worden. Während die venezolanischen Kollegen nach etwa zwölf Stunden wieder frei kamen, wurden die beiden für den Sender TVN arbeitenden Chilenen zunächst weiter festgehalten. 

Später hieß es, die Chilenen sollten nach 14 Stunden im Gewahrsam aus Venezuela abgeschoben werden, wie das chilenische Außenministerium mitteilte, das die Festnahmen scharf kritisierte. Ihnen sei vorgeworfen worden, eine "Sicherheitszone" verletzt zu haben, sagte einer der venezolanischen Begleiter dem Sender TVN.

Madura setzt auf Rückhalt der Armee

In Venezuela tobt ein Machtkampf zwischen Staatschef Maduro und Parlamentspräsident Guaidó, der sich vor einer Woche zum Übergangspräsidenten erklärt hatte. Die USA und mehrere andere Staaten erkannten Guaidó an. Russland und China unterstützen aber weiterhin Maduro. Der Präsident kann sich bislang auch auf den Rückhalt der Armee und der Justiz verlassen.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 30. Januar 2019 um 22:15 Uhr.

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