Gegenpräsident Juan Guaidó  | Bildquelle: dpa

Machtkampf in Venezuela "Wir wollen Freiheit!"

Stand: 24.01.2019 01:53 Uhr

Venezuelas Opposition hat landesweit zu Protesten gegen die Regierung aufgerufen. Oppositionsführer Guaidó setzt Präsident Maduro zunehmend unter Druck - mit internationaler Unterstützung.

Von Markus Plate, ARD-Studio Mexiko-Stadt

Regengüsse verzögerten am Vormittag zunächst den Beginn der Oppositionsproteste, dann aber nehmen die Entwicklungen in Venezuela an Fahrt auf: Zehntausende Menschen sind allein im Zentrum der Hauptstadt Caracas dem Aufruf der Opposition gefolgt und haben lautstark den Rücktritt von Präsident Nicolás Maduro gefordert.

Vermummte Protestierende in Venezuela | Bildquelle: AFP
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Zehntausende gingen gegen Maduro auf die Straße.

Nicht nur das klassische, bürgerliche Oppositionslager, auch Tausende Menschen aus den Armenvierteln, Menschen, die unter Maduros Vorgänger, dem 2013 verstorbenen Hugo Chávez, überzeugte Anhänger eines revolutionären, chavistischen Prozesses waren, kamen zu den Demonstrationen: "Ich komme aus dem Armenviertel Petare, ich stand lange Zeit auf der Seite der Revolution. Jetzt haben sich mir die Augen geöffnet und ich will einen Wandel für Venezuela", sagte eine Demonstrantin. "Ich will Meinungsfreiheit. Es ist genug unter dem Joch Maduros. Wir wollen Freiheit!"

Binnen zwei Tagen sind bei Unruhen und Protesten gegen Maduro 13 Menschen ums Leben gekommen. Die meisten Menschen seien durch Schusswaffen getötet worden, sagte der Leiter der Nichtregierungsorganisation Beobachtungsstelle für soziale Konflikte (OVCS), Marco Ponce.

Xenia Böttcher, ARD Mexiko, über die Hintergründe der Situation in Venezuela
Morgenmagazin, 24.01.2019, Xenia Böttcher, ARD Mexiko

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Guaidó erklärt sich selbst zum Präsidenten

Die Opposition will eine Übergangsregierung unter dem Vorsitzenden der oppositionell dominierten, aber von Maduro 2017 entmachteten Nationalversammlung, Juan Guaidó bilden und dann freie Wahlen vorbereiten. Guaidó, erst seit Anfang des Jahres das neue Gesicht der Regierungsgegner, rief sich trotz einer drohenden Verhaftung wegen Amtsanmaßung von begeisterten Anhängern als Interimspräsident aus: "Heute, am 23. Januar 2019, schwöre ich in meiner Funktion als Präsident der Nationalversammlung, die Zuständigkeit und Verantwortung der Exekutivgewalt Venezuelas zu übernehmen."

Putsch in Venezuela
tagesthemen 22:15 Uhr, 23.01.2019, Michael Stocks, SWR

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US-Diplomaten ausgewiesen

Maduro spricht zu seinen Anhängern in Caracas | Bildquelle: Marcelo Garcia/Miraflores Press/
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Präsident Maduro forderte seine Anhänger auf, ihm weiter zu folgen.

US-Präsident Donald Trump hatte noch während der Demonstrationen Guaidó als Präsidenten Venezuelas anerkannt - ein direkter Affront gegen die Regierung Maduros. Der reagierte deutlich: "Ich habe angeordnet, dass unsere Beziehungen zur Regierung der Vereinigten Staaten einer totalen und absoluten Revision unterzogen werden."

Bereits im Vorfeld hatte Maduro die Oppositionsproteste als von den USA gelenkt bezeichnet und den Vereinigten Staaten Umsturzabsichten vorgeworfen. Auch die Regierung hatte vor dem Präsidentenpalast Miraflores Tausende Regierungsanhänger zu Demonstrationen aufgeboten. Während die Lage bis in den frühen Nachmittag gespannt, aber weitgehend friedlich blieb, setzte die Nationalgarde später Tränengas gegen die Regierungsgegner ein.

Protest in Venezuala | Bildquelle: dpa
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Sicherheitskräfte gingen gegen die Demonstranten vor.

Proteste  für Präsident Maduro in Venezuela | Bildquelle: Miguel Gutierrez/EPA-EFE/REX
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Die Anhänger von Präsident Maduro gingen ebenfalls auf die Straße.

Viele Staaten erkennen Guaidó an

Der Konflikt zwischen Opposition und Regierung nimmt damit weiter zu - auch international: Während die USA, wie auch der Vorsitzende der Organisation Amerikanischer Staaten, Luis Almagro, auf einen Regimewechsel setzen, erkennen Länder wie Russland und China weiterhin Nicolás Maduro an. Die massiven Proteste von heute setzen Maduro allerdings so sehr unter Druck wie schon seit zwei Jahren nicht mehr.

Trump erkennt Guaidó als Präsident an
Markus Plate, ARD Mexiko-Stadt
23.01.2019 22:50 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 23. Januar 2019 um 22:15 Uhr. Zudem berichtete über dieses Thema am 24. Januar 2019 MDR Aktuell um 04:05 Uhr und das ARD-Morgenmagazin um 05:38 Uhr.

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