Ein Demonstrant hält die Flagge Venezuelas verkehrt herum. | Bildquelle: AP

Massenproteste in Venezuela Schüsse, Tote und Tränengas

Stand: 20.04.2017 09:49 Uhr

Der Konflikt zwischen dem Regierungslager und der Opposition in Venezuela wird immer gewalttätiger: Zwei Demonstranten wurden erschossen, ein Soldat getötet - Steine wurden geworfen, Tränengas kam zum Einsatz. Für heute sind neue Demonstrationen angekündigt.

Bei den Massenprotesten gegen die venezolanische Regierung sind erneut Menschen ums Leben gekommen. In San Cristóbal im Westen des Landes wurde dabei eine 23 Jahre alte Demonstrantin erschossen, wie die Zeitung "El Universal" in ihrer Online-Ausgabe berichtete. In der Hauptstadt Caracas wurde ein 17-Jähriger durch einen Kopfschuss tödlich verletzt. Augenzeugen unter den Demonstranten und Oppositionsmitglieder machten jeweils Mitglieder von bewaffneten Motorrad-Milizen für die tödlichen Schüsse verantwortlich. Die Staatsanwaltschaft erklärte, beide Fälle würden untersucht.

Bei den Demonstrationen wurde nach Angaben des Regierungslagers auch ein Soldat getötet. "Sie haben gerade ein Mitglied der Nationalgarde in San Antonio de los Altos ermordet", sagte der Vize-Chef der sozialistischen Regierungspartei PSUV, Diosdado Cabello, im venezolanischen Fernsehen. Er wiederum warf den Regierungsgegnern Gewalttätigkeit vor. Die Staatsanwaltschaft bestätigte der Nachrichtenagentur AFP den Todesfall.

In den vergangenen Wochen waren bereits bei regierungskritischen Protesten nach Behördenangaben fünf Menschen getötet worden.

Drei Tote bei Massendemonstrationen in Venezuela
tagesschau 16:00 Uhr, 20.04.2017, Xenia Böttcher, ARD Mexico City

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"Wir haben es satt"

An den Protesten beteiligten sich in Caracas und mehreren anderen Städten Hunderttausende Menschen. Mehrere Hundert Demonstranten wurden nach Angaben von Menschenrechtlern festgenommen. "Wir müssen diese Diktatur beenden. Wir haben es satt", sagte die Teilnehmerin Ingrid Chacón. Einige aufgebrachte Demonstranten warfen Steine auf die Polizei, die wiederum Tränengas einsetzte, um Demonstranten auseinanderzutreiben, während Zehntausende Anhänger von Maduro in roten Hemden im Zentrum der Stadt unbehelligt den vierten Jahrestag seiner Präsidentschaft feierten.

Für heute rief das Oppositionsbündnis Tisch der Demokratischen Einheit (MUD) zu neuen Protesten auf. "Heute waren wir Millionen und morgen müssen noch mehr Menschen hinausgehen", sagte Oppositionsführer Henrique Capriles. Die Opposition fordert den Rücktritt Maduros, dessen Amtszeit regulär noch bis 2019 dauert.

Nikolas Werz, Universität Rostock, über die Krise in Venezuela
tagesschau24 11:30 Uhr, 20.04.2017

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Maduro lässt Milizen-Mitglieder bewaffnen

Der sozialistische Präsident Nicolás Maduro hatte als Antwort auf die Proteste angekündigt, dass die 500.000 Mitglieder der Nationalen Miliz mit Gewehren ausgerüstet werden. Die Reservistentruppe war nach dem Putschversuch 2002 gegen den damaligen Staatschef Hugo Chávez aufgestellt worden. Das Militär wurde in Alarmbereitschaft versetzt.

Die Opposition wirft Anhängern Maduros vor, gezielt gegen Demonstranten vorzugehen. Sie fordert Neuwahlen und macht Präsident Maduro für die schwere politische und ökonomische Krise verantwortlich. Auslöser der seit Anfang April andauernden Proteste war die zeitweise Entmachtung des Parlaments durch ein Urteil des Obersten Gerichtshofs.

Erbitterter Machtkampf seit Jahren

Seit Jahren liefern sich Sozialisten und das bürgerliche Lager in Venezuela einen erbitterten Machtkampf. Die Opposition wirft der Regierung Misswirtschaft und eine Aushöhlung des Rechtsstaats vor. Präsident Maduro beschuldigt die Kritiker, mit einem Wirtschaftskrieg und ausländischer Unterstützung einen Umsturz zu provozieren. Die Lage ist zudem angespannt, weil Venezuela unter anderem wegen des Ölpreisverfalls eine schwere Wirtschafts- und Versorgungskrise durchlebt. Viele Güter des täglichen Bedarfs sind Mangelware.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 19. April 2017 um 22:15 Uhr.

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