James Mattis | Bildquelle: dpa

US-Verteidigungsminister Trump ersetzt Mattis früher

Stand: 23.12.2018 18:57 Uhr

Der bisherige US-Verteidigungsminister Mattis hatte seinen Rücktritt für Ende Februar angekündigt. Nun erklärte US-Präsident Trump, ihn schon im Januar durch dessen Vize zu ersetzen. Zudem habe er mit dem türkischen Präsidenten Erdogan über Syrien gesprochen.

US-Präsident Donald Trump will Verteidigungsminister James Mattis früher als bisher geplant austauschen, nachdem dieser wegen Meinungsverschiedenheiten mit ihm seinen Rückzug angekündigt hatte.

Trump verkündete auf Twitter, der bisherige stellvertretende Verteidigungsminister Patrick Shanahan werde am 1. Januar die Führung des Ressorts übernehmen - also bereits in wenigen Tagen. Mattis hatte sich erst Ende Februar zurückziehen wollen und betont, es solle ausreichend Zeit für den Übergang geben.

"Ich freue mich anzukündigen, dass unser sehr talentierter Vize-Verteidigungsminister Patrick Shanahan ab dem 1. Januar 2019 den Titel Amtierender Verteidigungsminister trägt", schrieb Trump am Sonntag im Kurzbotschaftendienst Twitter. "Er wird großartig sein."

Umstrittener Abzug aus Syrien

Mattis hatte in einem Schreiben an Trump erklärt, er trete wegen inhaltlicher Meinungsverschiedenheiten mit dem Präsidenten zurück, unter anderem wegen dessen Kurs gegenüber internationalen Verbündeten. Trumps umstrittene Entscheidung, alle 2000 US-Soldaten aus Syrien abzuziehen, spielte eine maßgebliche Rolle bei Mattis' Schritt.

Verteidigungsminister James Mattis in einer Anhörung im Abgeordnetenhaus. | Bildquelle: AFP
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Mattis wollte eine geordnete Übergabe sicherstellen.

Aus Protest gegen den Syrien-Entschluss und die Einschätzung Trumps, die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) sei besiegt, erklärte auch der US-Sonderbeauftragte für die Anti-IS-Koalition, Brett McGurk, seinen vorzeitigen Rücktritt. Statt im Februar scheide er bereits am 31. Dezember aus dem Amt, teilte das Außenministerium in Washington mit.

Trump spricht mit Erdogan über Abzug

In einem weiteren Tweet schrieb Trump nun von einem neuerlichen Telefongespräch mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Er habe mit ihm über einen "langsamen" und "hochkoordinierten" Abzug der US-Truppen aus Syrien gesprochen. Trump gab aber keinen genauen Zeitraum an. Das Weiße Haus hatte ursprünglich von 30 bis 60 Tagen gesprochen.

Nach Angaben türkischer Medien zieht die Armee des Landes Truppen nahe der nordsyrischen Stadt Manbidsch zusammen. Die Stadt wird von kurdischen Kämpfern kontrolliert, die bislang von den USA im Kampf gegen den IS unterstützt wurden. Die türkische Regierung sieht in den Kämpfern jedoch Unterstützer der verbotenen Arbeiterpartei PKK.

Die türkische Regierung hatte nach Trumps Rückzugsankündigung erklärt, die Umsetzung von Einmarschplänen auszusetzen. Nach türkischen Angaben einigten sich Erdogan und Trump aber darauf, es durch den US-Truppenabzug nicht zu einem "Autoritätsvakuum" kommen zu lassen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 23. Dezember 2018 um 19:00 Uhr.

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