Donald Trump | Bildquelle: AP

Streit über Priester USA drohen Türkei mit neuen Sanktionen

Stand: 17.08.2018 04:07 Uhr

Im Streit über den in der Türkei festgehaltenen US-Prediger hat Washington erneut mit Maßnahmen gedroht. Man werde nichts für die Freilassung des Pastors zahlen, schrieb Trump auf Twitter - "aber wir setzen nach".

Seit Wochen streiten sich die USA und Ankara über den in der Türkei festgehaltenen US-Pastor Andrew Brunson. Jetzt hat Washington weitere Strafmaßnahmen angedroht. Die US-Regierung plane weitere Konsequenzen, wenn die Türkei "ihn nicht schnell frei lässt", sagte Finanzminister Steven Mnuchin während einer Kabinettssitzung.

Krise zwischen Partnern

US-Präsident Donald Trump nannte den evangelikalen Pfarrer Brunson einen "unschuldigen Mann" und erklärte, die Türkei habe sich nicht als "guter Freund" der USA erwiesen. Auf Twitter schrieb er: "Wir werden nichts für die Freilassung eines unschuldigen Mannes zahlen. Aber wir setzen bei der Türkei nach."

Die Krise zwischen den beiden NATO-Partnern - die sich jüngst zu einem Handelsstreit entwickelte - dürfte sich dadurch weiter verschärfen. Brunson sitzt seit Oktober 2016 unter Spionage- und Terrorvorwürfen in türkischer Hausarrest. Trump und sein Vize Mike Pence dringen seit langem auf seine Freilassung. Am Mittwoch wies ein Gericht in Izmir einen erneuten Antrag Brunsons auf seine Freilassung zurück. Ankara verweist in dem Fall immer wieder auf die Unabhängigkeit der Justiz, doch Präsident Recep Tayyip Erdogan schlug vergangenes Jahr selbst vor, Brunson gegen den in den USA lebenden islamischen Prediger Fethullah Gülen auszutauschen. Ankara macht ihn für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich.

Pastor Andrew Brunson | Bildquelle: dpa
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Die Türkei wirft Brunson Terrorismusunterstützung vor.

Spirale gegenseitiger Extrazölle

Anfang August verhängte Trump Sanktionen gegen den türkischen Justiz- und den Innenminister wegen ihrer Rolle im Fall Brunson. Außerdem verdoppelte Trump die Zölle auf türkische Stahl- und Aluminiumimporte. Damit verschärfte er die Krise der türkische Lira. Als Vergeltung rief Erdogan seine Landsleute am Dienstag zum Boykott elektronischer Geräte aus den USA auf. Am Mittwoch hob die türkische Regierung die Einfuhrzölle auf mehrere US-Produkte deutlich an. 

Von den neuen Zöllen, die Erdogan per Dekret in Kraft setzte, sind vor allem Autos, alkoholische Getränke, Tabak- und Kosmetikprodukte aus den USA betroffen. Für Autos betragen sie 120 Prozent, für alkoholische Getränke 140 Prozent und für Tabak 60 Prozent. Trumps Sprecherin Sarah Sanders erklärte dazu am Mittwoch, die Anhebung der Zölle sei "sicher bedauerlich und ein Schritt in die falsche Richtung".

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 16. August 2018 um 21:00 Uhr.

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