Der Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses Paul Ryan | Bildquelle: REUTERS

US-Repräsentantenhaus Vorsitzender Ryan tritt nicht mehr an

Stand: 11.04.2018 16:27 Uhr

Der Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses Ryan tritt im November nicht zur Wiederwahl an. Von Präsident Trump kamen anerkennende Worte für den 48-Jährigen - auch wenn es zwischen beiden oft Widerspruch gab.

Er ist einer der prominentesten US-Republikaner und gilt als Kritiker von US-Präsident Donald Trump: Nun hat der Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Paul Ryan, angekündigt, im November nicht mehr zur Wiederwahl für seinen Posten anzutreten. Das gab sein Sprecher Brendan Buck bekannt. Nach nahezu 20 Jahren im Kongress sei Ryan stolz auf das Erreichte und wolle künftig mehr Zeit seiner Rolle als Vater und Ehemann widmen.

Im Januar "geht Ryan durchs Ziel"

Im November werden die beiden Kammern - Senat und Repräsentantenhaus - neu gewählt. Das Gremium kommt dann in neuer Besetzung im Januar 2019 erstmals zusammen. Bis dahin wolle Ryan im Amt bleiben. "Er wird seine volle Wahlperiode erfüllen, durchs Ziel gehen und dann im Januar aufhören", sagte Buck.

Ryan selbst machte zu den Gründen, auf eine weitere Kandidatur zu verzichten zunächst keine Angaben. Ganz unerwartet kam der Schritt aber nicht. Bereits im Dezember hatte er im Interview mit dem Magazin "Politico" geäußert, seine "wilde Reise in Washington" nähere sich einem Ende.

Auf Konfrontationskurs zu Trump

Über mögliche Hintergründe seines Rückzugs aus dem Repräsentantenhaus wird daher schon länger spekuliert. Das Internetportal Axios hatte unter Berufung auf das Umfeld Ryans berichtet, die unter Trump verabschiedete Steuerreform habe den Ausschlag für die Entscheidung gegeben. Ryan hatte zu den Gegnern der Neuregelungen gehört - nicht das einzige Mal, dass er die Politik des Präsidenten kritisierte. Zuletzt hatte Ryan die von Trump verhängten Strafzölle kritisiert und vor den Folgen eines Handelskriegs gewarnt.

Mit 28 Jahren wurde Ryan als Abgeordneter für den Bundesstaat Wisconsin Mitglied im Kongress. Schnell machte er sich einen Namen. 2012 kandidierte er sogar als Vizepräsidentschaftskandidat für Präsidentschaftskandidat Mitt Romney - beide scheiterten am Demokraten und späterem Wahlsieger Barack Obama. 2015 rückte er schließlich an die Spitze des Repräsentantenhauses.

Ein "wahrlich guter Mann"

Präsident Trump würdigte Ryan nach der Ankündigung auf Twitter als "wahrlich guten Mann", niemand könne infrage stellen, was er erreicht habe.

Spitzenrepublikaner Paul Ryan kündigt Rückzug aus US-Kongress an
Marc Hoffmann, ARD Washington
11.04.2018 19:46 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 11. April 2018 um 16:15 Uhr in den Nachrichten.

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