US-Präsident Trump am Rednerpult | Bildquelle: AFP

Spannungen im Persischen Golf Trump will iranische Boote zerstören

Stand: 22.04.2020 17:58 Uhr

US-Präsident Trump lässt auch in der Corona-Krise seine Fehde mit dem Iran nicht ruhen. Nach einem Zwischenfall im Persischen Golf drohte er mit Angriffen auf iranische Boote.

US-Kriegsschiffe und iranische Schnellboote waren sich jüngst im Persischen Golf gefährlich nah gekommen. Auf diesen Zwischenfall hat nun US-Präsident Donald Trump reagiert. Er drohte dem Iran mit Angriffen auf Boote der Revolutionsgarden, sollte sich der Vorfall wiederholen. Trump schrieb auf Twitter, er habe die US-Marine angewiesen, alle iranischen Boote zu zerstören, die sich amerikanischen Schiffe gefährlich nähern.

Die US-Marine hatte vergangene Woche ein Video veröffentlicht, auf dem kleine iranische Schnellboote US-Kriegsschiffen im nördlichen Persischen Golf in der Nähe von Kuwait nahe kamen. Demnach hätten sich elf Boote der Revolutionsgarden "gefährlich" und "provozierend" den US-Schiffen auf etwa neun Meter genähert.

Screenshot aus US-Navy-Material. Es soll einen Zwischenfall zwischen einem iranischen Schnellboot und der US-Marine am 15. April zeigen. | Bildquelle: AFP
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Zwischenfall im Persischen Golf: Im April kamen sich ein iranisches Schnellboot und ein Schiff der US-Marine nahe - das Bild der US-Navy soll den Zwischenfall zeigen.

Die Revolutionsgarde bestätigte einen Zwischenfall mit US-Kriegsschiffen im Persischen Golf und erklärte, das US-Militär habe diesen ausgelöst.

Satellitenstart angeblich erfolgreich

Trumps Tweet folgte auf die Mitteilung der iranischen Revolutionsgarde, den ersten militärischen Satelliten der Islamischen Republik in seine Umlaufbahn gebracht zu haben. Das Unterfangen sei nach drei Fehlschlägen nun geglückt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna.

Demnach erfolgte der Abschuss von einem nicht genannten Wüstengebiet aus und brachte den Satelliten "Nur-1" (Licht-1) ins All. Der Satellit sei erfolgreich auf eine Umlaufbahn in 425 Kilometern Höhe gebracht worden. Das sei eine große Errungenschaft der Islamischen Republik, hieß es in einer Erklärung der Revolutionsgarden. 

Israel fordert Sanktionen gegen den Iran

Die USA und Israel sehen das iranische Satellitenprogramm kritisch, weil sie befürchten, dass der Iran die Technik der Trägerraketen zum Bau militärischer Langstreckenraketen nutzen könnte. Israel forderte nach dem Start die internationale Gemeinschaft auf, schärfere Sanktionen gegen den Iran zu verhängen.

Die Beziehungen zwischen den USA und dem Iran sind seit Monaten besonders angespannt. Der Konflikt zwischen den Erzfeinden hatte sich im Januar nach der gezielten Tötung des iranischen Generals Soleimani durch einen US-Drohnenangriff nahe der irakischen Hauptstadt Bagdad dramatisch verschärft.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. April 2020 um 16:00 Uhr.

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