Die USS Abraham Lincoln  | Bildquelle: REUTERS

Konflikt mit dem Iran USA verlegen Flugzeugträger in Nahen Osten

Stand: 06.05.2019 07:15 Uhr

Die USA verstehen es als eine Warnung an den Iran: Sie schicken den Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" und eine Bomberstaffel aus dem Mittelmeerraum in den Nahen Osten. Sicherheitsberater Bolton sagte, es gebe "beunruhigende Indizien", bleibt aber unkonkret.

Im Konflikt mit dem Iran erhöhen die USA den Druck auf die Führung in Teheran. Wie der Sicherheitsberater des Weißen Hauses, John Bolton, mitteilte, werden der Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" sowie eine Bomberstaffel vom Mittelmeer in den Nahen Osten verlegt.

John Bolton | Bildquelle: dpa
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Bolton sprach von "beunruhigenden Warnungen" aus Teheran.

"Wir sind vorbereitet"

Die Aktion sei eine Antwort auf "eine Reihe von beunruhigenden und eskalierenden Indizien und Warnungen", sagte Bolton. Die USA wollten keinen Krieg mit dem Iran, heißt es in der Stellungnahme Boltons. "Aber wir sind darauf vorbereitet, auf jeden Angriff zu antworten, ob er von Stellvertretern, den islamischen Revolutionsgarden oder den regulären iranischen Streitkräften vorgetragen wird."

Was genau er damit meinte, führte Bolton nicht weiter aus. Die Agentur AP zitiert einen Mitarbeiter des Weißen Hauses mit den Worten, es gebe Indizien, dass Teheran und dessen Stellvertretermächte einen möglichen Angriff auf US-Truppen in der Region vorbereitet hätten. Potenzielle Ziele seien US-Streitkräfte auf See und an Land gewesen. Die Agentur Reuters wiederum schreibt unter Berufung auf einen US-Offiziellen, der seinen Namen nicht nennen wollte, dass die USA keine unmittelbar bevorstehende Attacke des Irans erwarteten.

Ein lange geplanter Einsatz?

Wo genau der Flugzeugträger stationiert werden soll, ließ Bolton offen. Er sprach lediglich von einer Verlegung in die Region, für die das Streitkräftekommando CENTCOM zuständig ist - dieses Gebiet reicht von Syrien im Westen bis Pakistan im Osten.

Nicht auszuschließen ist, dass die "USS Abraham Lincoln" ohnehin auf dem Weg dorthin war und der Befehl zur Verlegung nicht erst kürzlich getroffen wurde. So teilte die US-Marine im vergangenen Monat mit, dass das Kriegsschiff und ein begleitender Konvoi am 1. April in Norfolk/Virginia zu einem "geplanten Einsatz" aufgebrochen seien. Ein Ziel wurde nicht genannt. Mehrere US-Nahostexperten mutmaßen nun, es handele sich um einen Routineeinsatz, den Bolton nun für seine Rhetorik gegen den Iran nutze.

Harte Sanktionen

Seit sich die USA Ende vergangenen Jahres aus dem Atomabkommen mit dem Iran zurückgezogen haben, steht das Land unter den schärfsten Sanktionen seiner Geschichte: Die US-Regierung ließ alte Sanktionen wieder aufleben und verhängte weitere neue. Letzte Ausnahmen für Ölimporte aus dem Iran für die größten Bezieher wie China und Indien wurden vor wenigen Tagen aufgehoben.

Sorge vor Blockade der Straße von Hormus

Experten befürchten, dass der Iran seinerseits aus dem Atomabkommen austreten oder die Straße von Hormus als wichtigsten Öllieferweg der Welt abriegeln könnte. Die Straße von Hormus im Süden des Iran ist eine Meerenge, die den Persischen Golf mit dem Indischen Ozean verbindet. Würde der Seeweg blockiert, könnten auch Öltanker anderer Golfstaaten dort nicht mehr operieren. In einem solchen Fall würde die Gefahr einer militärischen Auseinandersetzung drastisch steigen.

Die Straße von Hormus
06.05.2019, Wibke Harms, ARD aktuell

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Mit Blick auf die neuen US-Sanktionen hatte Generalstabschef Mohammed Bagheri kürzlich erklärt: "Wenn unser Öl nicht durch die Straße transportiert wird, wird das Öl anderer Länder die Straße sicher auch nicht durchqueren." Zuletzt hatte der Iran im März an dem strategisch wichtigen Seeweg eine Übung mit Dutzenden Drohnen abgehalten.

Die USA werfen dem Iran eine ganze Reihe aggressiver Handlungen vor. Unter anderem soll das Land in Venezuela die Regierung von Nicolás Maduro unterstützen, den die Vereinigten Staaten als widerrechtlichen Machthaber betrachten und entmachtet sehen wollen. Auch hinter Konflikten in Syrien, im Jemen und im Gazastreifen vermuten die USA iranische Interessen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 06. Mai 2019 um 10:00 Uhr.

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