Das Homeland-Security-Ministerium der USA | AP

USA heben Schutzstatus auf Zehntausende Honduraner müssen gehen

Stand: 05.05.2018 08:43 Uhr

Die USA kippen den Schutzstatus für Einwanderer aus Honduras. Rund 60.000 Menschen, die vor Naturkatastrophen geflohen sind, verlieren Anfang 2020 ihre Aufenthaltsberechtigung. Ihnen droht die Abschiebung.

Die USA bleiben bei ihrem harten Kurs gegenüber Flüchtlingen, die wegen Naturkatastrophen in das Land gekommen sind. Die US-Regierung entzog etwa 57.000 Menschen aus Honduras ihren bisherigen Schutzstatus. Die Betroffenen verlieren dadurch ihr vorübergehendes Aufenthaltsrecht.

Sie haben nun bis Januar 2020 Zeit, um entweder eine andere Aufenthaltserlaubnis zu erwerben - etwa über eine Heirat oder Sponsoren. Andernfalls müssen sie in ihre Heimat zurückkehren oder werden abgeschoben.

Flucht vor den Folgen von "Mitch"

Hintergrund ist ein Schutzprogramm mit der Abkürzung TPS, das für Menschen aus Ländern gedacht ist, die von Naturkatastrophen oder Krieg heimgesucht wurden. Honduras fiel 1999 in diese Kategorie, nachdem der schwere Hurrikan "Mitch" das Land getroffen hatte. Rund 7000 Menschen kamen dort in dem Wirbelsturm ums Leben. "Mitch" warf das ohnehin arme Land nach Worten des damaligen Präsidenten Carlos Flores in seiner Entwicklung um 50 Jahre zurück.

Der Schutzstatus für die Migranten in den USA wurde seither immer wieder verlängert. Doch nun argumentiert das US-Heimatschutzministerium, die Bedingungen in Honduras seien ausreichend gut für eine Rückkehr. Allerdings hat das Land immer noch mit erheblichen wirtschaftlichen und sozialen Problemen zu kämpfen.

Migranten aus Honduras an der grenze zwischen den USA und Mexiko. | REUTERS

Nach wie vor versuchen Menschen aus Honduras, über Mexiko in die USA zu gelangen. Bild: REUTERS

Land am Abgrund

Honduras gehört zu den gefährlichsten Staaten der Welt. Die sogenannten Maras - mächtige Jugendbanden - sind in Drogenhandel und Schutzgelderpressung verwickelt und beherrschen ganze Stadtteile. Zudem prägen Korruption, Menschenrechtsverletzungen und Armut das Leben vieler Honduraner. 60,9 Prozent der Menschen gelten als arm, 38,4 Prozent der Bevölkerung leben sogar in extremer Armut. Das Bildungssystem gilt als eines der schlechtesten in Mittelamerika.

Die honduranische Regierung bedauerte die Entscheidung. Der stellvertretende Außenminister José Isaías Barahona versicherte aber seinen Landsleuten, sie seien in Honduras immer willkommen.

Auch andere Flüchtlinge müssen zurück

In den vergangenen sechs Monaten hat US-Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen den TPS-Status für eine Reihe von Migranten in den USA beendet. Darunter fallen 200.000 Menschen aus El Salvador, 50.000 aus Haiti und 9000 aus Nepal. Sie haben jeweils zwischen 12 und 18 Monaten Zeit, die USA zu verlassen.

Insgesamt sind nach offiziellen Angaben 425.000 Menschen betroffen. Viele von ihnen leben und arbeiten seit Jahrzehnten in den USA.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 05. Mai 2018 um 00:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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Der Nachfrager 05.05.2018 • 15:39 Uhr

Was ist mit uns?

Was ist mit der EU und Deutschland? Warum schieben wir Wirtschaftsflüchtlinge ab? Wer sich über die USA beschwert, der sollte gegen jedwidige Abschibungen sein. Die EU und Deutschland sollte ihre Grenzen komplett öffnen. Für ALLE die nach Europa oder Deutschland wollen.