Migranten aus Haiti, die in Del Rio und Ciudad Acuña auf die Einreise in die Vereinigten Staaten warten, überqueren den Rio Grande. | dpa

Migranten in texanischer Grenzstadt USA beschleunigen Abschiebungen

Stand: 19.09.2021 05:52 Uhr

Um den Andrang von Flüchtlingen an der Grenze zu Mexiko unter Kontrolle zu bekommen, will die US-Regierung das Tempo der Abschiebungen erhöhen. Dafür sollen deutlich mehr Flugzeuge und Grenzbeamte eingesetzt werden.

Angesichts der Tausenden Migranten, die im US-Bundesstaat Texas an der Grenze zu Mexiko unter einer Brücke campieren, will die US-Regierung die Menschen verstärkt per Flugzeug in ihre Heimat zurückbringen. Es würden zusätzliche Transportmittel beschafft, um Tempo und Kapazität entsprechender Flüge nach Haiti und zu anderen Zielen in der Region innerhalb der kommenden 72 Stunden zu erhöhen, teilte das US-Heimatschutzministerium mit.

Zudem sollen 400 zusätzliche Grenzbeamte in die an Mexiko grenzende Stadt Del Rio geschickt werden. Die Lebensbedingungen der Migranten in dem Lager sollten verbessert werden. Gleichzeitig arbeite die Regierung mit den Herkunftsländern der Menschen zusammen, damit sie ihre Bürger wieder aufnehmen.

Migranten sollen umverteilt werden

Zuvor hatten Bilder für Aufsehen gesorgt, die Tausende Migranten - laut US-Medienberichten bis zu 14.000 Menschen - unter einer Brücke am Rio Grande in der Grenzstadt Del Rio in Texas hausend zeigen. Die meisten der Menschen in dem Lager kommen aus Haiti und waren von Mexiko aus über den Rio Grande in die USA gelangt.

Der Bürgermeister von Del Rio, Bruno Lozano, sagte, die Migranten stammten überwiegend aus Haiti, kämen illegal ins Land und warteten darauf, von der US-Grenzschutzbehörde aufgegriffen zu werden. Diese sei jedoch überfordert angesichts des großen Andrangs.

Das Heimatschutzministerium will nun Migranten auf andere Orte in der Region umverteilen, um sie schneller abfertigen zu können. Dort soll sichergestellt werden, dass Menschen ausgewiesen würden, wenn sie sich unrechtmäßig in den USA aufhielten.

Vorwürfe der Republikaner und Demokraten

Angesichts der Lage in Del Rio geriet US-Präsident Joe Biden unter Kritik - sowohl von Seiten der oppositionellen Republikaner als auch seiner Demokraten. Die Republikaner warfen Biden vor, mit seiner Entscheidung, Haitianern nach der Ermordung von Präsident Jovenel Moise Ende Juli einen Verbleib in den USA auch ohne gültiges Visum zu erlauben, weitere Migranten zur Reise in die USA zu motivieren.

Die Lage an der Grenze zwischen Mexiko und den USA ist ein gewaltiges politisches Problem für Biden. Die Republikaner von Ex-Präsident Donald Trump verlangen ein hartes Durchgreifen gegen illegale Einwanderung und schlachten das Thema auch wahlkampftaktisch aus. Biden hatte dagegen eine humanere Flüchtlings- und Einwanderungspolitik als jene unter Trump versprochen und wird vor allem vom linken Demokraten-Flügel dazu gedrängt, den Worten auch Taten folgen zu lassen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. September 2021 um 04:55 Uhr.