Chinesische und US-amerikanische Flagge | Bildquelle: dpa

US-Medienbericht Chinesische Diplomaten heimlich ausgewiesen?

Stand: 15.12.2019 17:58 Uhr

Zwei chinesische Botschaftsvertreter sollen sich unerlaubt Zutritt zu einer US-Militärbasis verschafft haben, berichtet die "New York Times". Die USA wiesen sie der Zeitung zufolge daraufhin aus.

Die USA sollen einem Medienbericht zufolge im Oktober heimlich zwei chinesische Botschaftsvertreter wegen Spionageverdachts ausgewiesen haben. Die beiden Männer sollen sich im September im Beisein ihrer Frauen Zutritt zu einer Militärbasis im US-Bundesstaat Virginia verschafft haben, auf der auch Spezialeinheiten stationiert sind, berichtete die "New York Times" ("NYT") unter Berufung auf sechs mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Keine Zutrittsterlaubnis

Amerikanische Regierungsbeamte haben demnach die Annahme, dass es sich bei mindestens einem der Botschaftsmitarbeiter um ein Mitglied des chinesischen Geheimdienstes gehandelt habe. Da die Gruppe keine Zutrittserlaubnis vorweisen konnte, wurde sie aufgefordert, durch die Einfahrt auf das Gelände zu fahren und dort umgehend zu wenden, berichtete die Zeitung weiter.

Nur ein Test?

Statt die Militärbasis zu verlassen, seien die vier allerdings weitergefahren. Nachdem Feuerwehrwagen sie blockiert hätten, hätten sie angegeben, dass sie die Anweisungen des Wachmanns auf Englisch nicht verstanden und sich verirrt hätten. Das Motiv des versuchten Eindringens sei nicht klar. Es bestehe aber der Verdacht, dass die Sicherheitsvorkehrungen getestet werden sollten.

Kein Kommentar von allen Seiten

Auf eine Anfrage beim Außenministerium in Washington gab es zunächst keine Rückmeldung. Auch die "NYT" verweist darauf, dass weder das US-Außenministerium noch das FBI den Vorfall kommentieren wollten. Auf Anfrage beim chinesischen Außenministerium und der Botschaft in Washington habe es keine Antwort gegeben.

Bestätigt sich der Vorfall, wäre es der Zeitung zufolge die erste Ausweisung chinesischer Diplomaten wegen Spionageverdachts seit mehr als 30 Jahren.

Angespanntes Verhältnis

Das Verhältnis zwischen den USA und China ist angespannt. Seit rund eineinhalb Jahren liefern sich die beiden Länder einen Handelskonflikt, der sich am Freitag nach einer Einigung auf ein Teilabkommen zumindest etwas entspannt hat. Allerdings sorgten vom US-Kongress verabschiedete Gesetze zur Unterstützung der Demokratiebewegung in Hongkong für Empörung in Peking. Auch die scharfe Kritik der US-Regierung an der Behandlung der Uiguren in der Provinz Xinjiang sieht Chinas Führung als unerwünschte Einmischung in innere Angelegenheiten.

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