USA: Ein Mann schaut durch die geschlossene Tür eines Jobcenters. | Bildquelle: AP

US-Wirtschaft Mehr Anträge auf Arbeitslosenhilfe

Stand: 25.11.2020 16:52 Uhr

Die Zahl der Anträge auf US-Arbeitslosenhilfe ist überraschend gestiegen. Obwohl die Wirtschaft des Landes gewachsen ist, stellten 778.000 US-Bürger einen Antrag auf staatliche Unterstützung - innerhalb einer Woche.

Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA ist überraschend gestiegen. Insgesamt stellten vergangene Woche 778.000 Amerikanerinnen und Amerikaner einen Antrag auf staatliche Unterstützung, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. Dies waren 30.000 Anträge mehr als eine Woche zuvor. Ökonomen waren zuvor eigentlich von einem Rückgang der Anträge auf 730.000 ausgegangen.

Der schwächelnde Arbeitsmarkt ist eine der größten Herausforderungen für den künftigen US-Präsidenten Joe Biden. Wegen der Corona-Pandemie gingen mehr als 22 Millionen Jobs verloren, von denen bislang nur etwa zwölf Millionen zurückgewonnen wurden.

Wirtschaft wächst in Rekordtempo

Gleichzeitig hat die US-Wirtschaft nach dem Corona-bedingten Einbruch im Frühjahr im abgelaufenen Quartal ein Rekordwachstum hingelegt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg von Juli bis September auf das Jahr hochgerechnet um 33,1 Prozent, wie das US-Handelsministerium bekannt gab. Es ist das höchste Wachstum seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1947.

Im Frühjahr war das BIP noch um 31,4 Prozent eingebrochen. Für das laufende Quartal rechnen Volkswirte allerdings angesichts der beschleunigten Ausbreitung des Coronavirus mit einer Verlangsamung der Erholung oder gar einem erneuten Schrumpfen.

Mehr Investitionen, weniger Konsum

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Coronavirus-Welle in den USA berichtete Notenbankchef Jerome Powell jüngst von einer Verlangsamung der wirtschaftlichen Erholung. Die Pandemie könne die Bürger davon abhalten, sich am Wirtschaftsleben zu beteiligen. Dies könnte der Konjunktur schaden.

Auch das Handelsministerium revidierte frühere Prognosen zur weiteren Entwicklung einzelner Wirtschaftssektoren. So seien die Unternehmensinvestitionen und Exporte sowie der Wohnimmobilienbau zwar umfangreicher gewesen als zunächst gedacht. Die Ausgaben der Bundesstaaten und Kommunen, die Konsumausgaben und die Lagerbestände der Unternehmen hätten sich schwächer entwickelt als anfänglich geschätzt.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell Info am 28. Mai 2020 um 17:40 Uhr.

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