US-Frauen-Nationalelf (Archivbild) | Bildquelle: AP

Vorwurf der Diskriminierung US-Fußballerinnen verklagen Verband

Stand: 08.03.2019 21:26 Uhr

Sie sind erfolgreicher und populärer als die männlichen Fußballer - trotzdem verdienen die Spielerinnen der US-Nationalelf deutlich weniger. Jetzt verklagen sie deshalb ihren Verband.

28 Fußball-Nationalspielerinnen der USA haben am Weltfrauentag gegen ihren eigenen Verband Klage wegen Diskriminierung erhoben. Die Vorwürfe in der Klageschrift reichen von schlechterer Bezahlung im Vergleich zu Männern bis hin zum schlechteren Zustand der Spielfelder, auf denen sie ihrem Job nachgehen.

"Ungeachtet der Tatsache, dass weibliche und männliche Fußballer aufgerufen sind, dieselben Verantwortlichkeiten in ihren Teams zu übernehmen und für denselben gemeinsamen Arbeitgeber, die USSF (US Soccer Federation) an internationalen Wettbewerben teilnehmen, erhielten weibliche Spieler fortlaufend weniger Geld als ihre männlichen Kollegen", zitiert die "USA today" aus der Klageschrift. Unter anderem hätten Frauen nur 15.000 Dollar Prämie für das Erreichen der WM-Endrunde 2015 bekommen, die Männer dagegen im Jahr 2014 55.000 Dollar pro Spieler.

Erfolgreicher und medienwirksamer

Die Diskrepanz wiegt umso schwerer, da die Erfolge der US-Fußball-Frauen - die unter anderem amtierender Weltmeister sind - größer sind als die der US-Männer und das Frauen-Team auch mehr Umsätze erwirtschafte.

So errangen die US-Fußballerinnen drei Weltmeisterschaftstitel, vier olympische Goldmedaillen und zahlreiche andere Erfolge bei internationalen Wettbewerben. Als die Frauenmannschaft 2015 ihren letzten Weltmeistertitel holte, war dies mit rund 23 Millionen Zuschauern das meistgesehene Fußballspiel in der amerikanischen Fernsehgeschichte.

Klage könnte ausgeweitet werden

"Angesichts des beispiellosen Erfolges unseres Teams auf dem Feld ist es eine Schande, dass wir immer noch um eine Behandlung kämpfen, die unsere Erfolge und Beiträge zum Sport widerspiegelt", sagte die Starspielerinnen Carli Lloyd. Sollte die Klage den Status einer Sammelklage erhalten, würden alle Spielerinnen einbezogen, die sich das US-Trikot seit dem 4. Februar 2015 übergestreift hatten.

Die FIFA sagte im vergangenen Oktober, sie werde das Preisgeld für die diesjährige Weltmeisterschaft in Frankreich auf 30 Millionen US-Dollar verdoppeln, was nach Ansicht der globalen Fußball-Gewerkschaft FIFpro nicht ausreicht, um die Ungleichheit zwischen Männer- und Frauenfußball weltweit auszugleichen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 08. März 2019 um 22:55 Uhr in "Sport aktuell".

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