Donald Trump | Bildquelle: AFP

Gespräch mit Senator Graham Überdenkt Trump Abzug aus Syrien?

Stand: 31.12.2018 10:40 Uhr

Donald Trump will die US-Soldaten schnell aus Syrien abziehen. Kritiker warnen eindringlich vor diesem Schritt. Jetzt scheint der Präsident zumindest das Tempo etwas zu drosseln.

US-Präsident Donald Trump erwägt nach Angaben des einflussreichen republikanischen Senators Lindsey Graham eine Verzögerung des Truppenabzugs aus Syrien. "Der Präsident versteht die Notwendigkeit, die Arbeit zu Ende zu bringen", sagte Graham nach einem Gespräch mit Trump im Weißen Haus. Er gehe davon aus, dass der Präsident mit dem Abzug der US-Truppen warte, bis die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" vollständig besiegt sei. Wörtlich sagte er dazu: "Ich denke, wir befinden uns in einer Pausensituation."

Lindsey Graham | Bildquelle: dpa
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Der republikanische Senator Lindsey Graham gilt als enger Vertrauter Donald Trumps.

Kritik an Trumps Entscheidung

Der Senator von South Carolina gilt als ein enger Vertrauter Trumps. Graham hat sich indes äußerst kritisch über Trumps jüngste Ankündigung geäußert, alle rund 2000 amerikanischen Soldaten aus Syrien abzuziehen. Den Schritt begründet der Präsident damit, dass er die Terrormiliz "Islamischer Staat" trotz anhaltender Kämpfe in dem Bürgerkriegsland für besiegt halte.

Neben Demokraten reagierten auch andere Republikaner mit Entsetzen auf das Vorhaben, das nach bisherigen Angaben von Regierungsvertretern rasch umgesetzt werden sollte. Syrien solle nicht den Iranern überlassen werden, sagte Graham. "Das ist ein Alptraum für Israel." Er wolle den Kampf gegen den Feind in dessen Hinterhof führen, nicht im amerikanischen. "Deshalb brauchen wir noch eine Weile lang eine vorwärts gerichtete Kraft im Irak, in Syrien und Afghanistan."

Kurden nicht im Stich lassen

Auch amerikanische Verbündete zeigten sich schockiert über Trumps Abzugspläne, allen voran die syrischen Kurden, die an der Seite der USA gegen den IS gekämpft haben - und nun eine gegen sie gerichtete Offensive der Türkei befürchten. Dazu sagte Graham, Trump sei sich des Schicksals der Kurden sehr wohl bewusst.

Kritiker argumentieren auch, dass ein US-Truppenabzug den Iran und Russland stärke, die die Regierung des syrischen Präsidenten Baschar al Assad unterstützen. Der nationale Sicherheitsberater im Weißen Haus, John Bolton, soll am kommenden Wochenende nach Israel und die Türkei reisen, um die Abzugspläne zu erörtern.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 31. Dezember 2018 um 11:00 Uhr.

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