Trümmer liegen auf einer Straße auf Mallorca | Bildquelle: dpa

Nach heftigen Regenfällen Zwei Deutsche auf Mallorca vermisst

Stand: 11.10.2018 15:07 Uhr

Nach dem Unwetter auf Mallorca wird auch nach zwei Deutschen gesucht. Mindestens zehn Menschen wurden getötet. Am Nachmittag wurden zwei weitere Leichen geborgen. Auch andere Regionen sind betroffen.

Beim Unwetter mit schwerem Regen sind auf Mallorca mindestens zehn Menschen getötet worden. Drei Menschen werden laut Behördenangaben noch vermisst - ein fünfjähriger Junge und zwei Deutsche. Auch das Auswärtige Amt spricht von zwei vermissten deutschen Staatsangehörigen. Das Konsulat in Palma steht in engem Kontakt mit den mallorquinischen Behörden.

Laut ARD-Informationen wurden am Nachmittag zwei Leichen geborgen. Ob es sich um die Vermissten handelt, ist unklar.

Von Wassermassen überrascht

Der Junge war mit seiner Mutter und seiner Schwester im Auto unterwegs, als sie von den Wassermassen überrascht wurden. Nach Augenzeugenberichten konnte die Mutter die Schwester noch aus dem Auto retten, den Sohn aber nicht. Die Mutter starb danach in den Fluten.

In der 8000-Einwohner-Gemeinde Sant Llorenç rund 60 Kilometer östlich der Hauptstadt Palma gab es mehrere Todesopfer. Dort war am Dienstag ein Sturzbach über die Ufer getreten. Die Wassermassen verwandelten Straßen innerhalb von Minuten in reißende Flüsse. Zahlreiche Autos wurden mitgerissen und Häuser unter Wasser gesetzt.

Inzwischen laufen die Aufräumarbeiten. Unter den freiwilligen Helfern ist auch ein Prominenter aus dem Nachbarort: Tennisstar Rafael Nadal war mit Gummistiefeln und Besen im Einsatz. Außerdem öffnete er seine Tennis-Akademie in Manacor für Nachbarn, die ein Not-Quartier brauchen.

Betroffene Gegend wird zum Katastrophengebiet

Die Rettungsteams waren mit rund 400 Hilfskräften im Einsatz. Oberste Priorität hatte die Suche nach Vermissten. Neben Dutzenden Fahrzeugen wurden auch vier Hubschrauber, ein Flugzeug und ein Schiff eingesetzt.

Die spanische Regierung will heute die betroffene Gegend zum Katastrophengebiet erklären und Hilfen auf den Weg bringen. Die Regierung der Balearen schickt Experten in die verwüsteten Dörfer, die sich ein Bild von den Schäden machen sollen.

Nadal in Gummistiefeln | Bildquelle: dpa
galerie

Tennisstar Nadal half beim Aufräumen in Sant Llorenc.

Nadals Tenniscamp Manacor wurde zur Notunterkunft umfunktioniert | Bildquelle: ATIENZA/EPA-EFE/REX/Shutterstock
galerie

Sein Tenniscamp Manacor wurde zur Notunterkunft umfunktioniert.

Zwei Tote in Südfrankreich

In Südfrankreich sind nach schweren Regenfällen mehrere Autos ins Mittelmeer gespült worden. Bei der Gemeinde Sainte-Maxime an der Côte d'Azur wurden fünf Autos von einem über die Ufer getretenen kleinen Fluss mitgerissen, sagte der örtliche Präfekt Jean-Luc Videlaine gegenüber Medien.

Die Präfektur von Toulon teilte später mit, dass an der Flussmündung zwei Leichen in einem Fahrzeug gefunden wurden. Das Unglück hatte sich am späten Mittwochabend ereignet. Sainte-Maxime liegt in der Nähe von Saint-Tropez und Fréjus.

Starke Regenfälle auf Sardinien

Auch auf Sardinien gab es schwere Regenfälle. Flüsse traten vielerorts über die Ufer. Eine vermisste Frau wurde tot aufgefunden, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf den Zivilschutz. Sie sei mit ihrer Familie im Auto nahe der Hauptstadt Cagliari unterwegs gewesen und vom Hochwasser überrascht worden. Der Mann und die Kinder hatten sich retten können.

Das öffentliche Leben kam in Cagliari und Umgebung weitgehend zum Erliegen: Schulen, Parks, Friedhöfe, Museen, Bibliotheken und Sportanlagen blieben auf Anordnung der Kommunen geschlossen.

In der Gemeinde Uta wurden Dutzende Menschen in Sicherheit gebracht. Der Zivilschutz hatte die höchste Unwetterwarnung ausgesprochen. Die Wassermassen hatten am Mittwoch eine Brücke über einem Fluss nahe Cagliari zum Einsturz gebracht. Da die Verbindungsstraße zwischen der Hauptstadt und der Gemeinde Capoterra bereits gesperrt war, gab es keine Verletzten.

Eingestürzte Brücke nahe Cagliari | Bildquelle: AFP
galerie

Eingestürzte Brücke nahe Cagliari

Mit Informationen von Marc Dugge und Oliver Neuroth, ARD-Studio Madrid

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Oktober 2018 um 10:44 Uhr.

Darstellung: