Petro Poroschenko | Bildquelle: dpa

Konflikt mit Russland Ukraine beruft Reservisten ein

Stand: 03.12.2018 19:52 Uhr

Nach der Verhängung des Kriegsrechts hat die Ukraine nun ihre Reservisten einberufen - und bezeichnet dies als "Reaktion auf die Bedrohung einer groß angelegten russischen Invasion". Moskau wies die Vorwürfe zurück.

Angesichts der Spannungen mit Russland hat die Ukraine ihre Reservisten einberufen. Diese würden Trainingseinheiten im Rahmen des Kriegsrechts absolvieren, sagte Präsident Petro Poroschenko. Einige Militäreinheiten würden auch versetzt, um die Verteidigung des Landes zu stärken. "Die Ukraine unternimmt Schritte als Reaktion auf die Bedrohung einer groß angelegten russischen Invasion", sagte Poroschenko.

Schon am Wochenende hatte das Land die Einberufung der Reservisten angekündigt. Poroschenko warf Russland vor, entlang der Grenze zur Ukraine Truppen stationiert zu haben und einen Einmarsch zu planen. Die Ukraine beschuldigt Moskau außerdem, ihre Häfen im Asowschen Meer zu blockieren.

Der ukrainische Präsident Poroschenko spricht  während einer Militär-Übung mit Soldaten in der Nordukraine. | Bildquelle: AFP
galerie

Der ukrainische Präsident Poroschenko während einer Militär-Übung in der Nordukraine.

"Absurder Versuch, Spannungen zu schüren"

Russland wies die Vorwürfe zurück. Der Sprecher von Präsident Wladimir Putin, Dmitri Peskow, bezeichnete Poroschenkos Aussagen als "absurden Versuch, die Spannungen zu schüren". Die Vorwürfe entbehrten jeder Grundlage. Russland blockiere den Schiffsverkehr von und zu den ukrainischen Häfen im Asowschen Meer nicht.

Die Spannungen zwischen den beiden Ländern sind seit einem Zwischenfall vor der von Russland annektierten Halbinsel Krim am 25. November eskaliert. Russland hatte auf drei ukrainische Schiffe geschossen und sie inklusive Besatzungsmitgliedern festgesetzt. Poroschenko führte daraufhin für 30 Tage das Kriegsrecht in Teilen der Ukraine ein. Beide Länder machen sich gegenseitig für den Vorfall verantwortlich.

Die NATO forderte Russland erneut auf, die ukrainischen Schiffe und Besatzungsmitglieder freizugeben. "Es gibt keine Rechtfertigung für diesen Einsatz von Gewalt", sagte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Russland müsse auch freien Zugang zu den ukrainischen Häfen ermöglichen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. Dezember 2018 um 14:00 Uhr und 19:00 Uhr in den Nachrichten.

Darstellung: