Wellen brechen an der Promenade des Anglais in Nizza an der französischen Küste. | dpa

Neun Menschen vermisst Schwere Unwetter in Südfrankreich

Stand: 03.10.2020 11:26 Uhr

Nach schweren Überschwemmungen an der französischen Côte d'Azur suchen Rettungskräfte nach mindestens neun Vermissten. Mehrere Dörfer sind von der Außenwelt abgeschnitten, der Flugverkehr wurde teilweise eingestellt.

Starkregen hat in der Region der französischen Riviera-Metropole Nizza gefährliche Überschwemmungen verursacht. Nach Medienberichten werden mindestens neun Menschen vermisst darunter auch zwei Feuerwehrleute, deren Fahrzeug während eines Einsatzes am späten Freitagabend von den Fluten mitgerissen wurde.

In einem Dorf rund 50 Kilometer nördlich von Nizza wurden zwei Bewohner vermisst, die sich vor dem steigenden Hochwasser auf das Dach ihres Hauses geflüchtet hatten - das Haus stürzte nach Behördenangaben ein und die zwei Menschen verschwanden in den Fluten. Rund 13.500 Haushalte in der Region waren von der Stromversorgung abgeschnitten. Im betroffenen Département Alpes-Maritimes waren rund 850 Feuerwehrleute im Einsatz.

Ein Vertreter der Präfektur Alpes-Maritimes sprach von einer "noch nie dagewesenen Lage", große Gebiete seien von Überschwemmungen betroffen und mehrere Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten. In dem Dorf Saint-Martin-Vésubie stürzte eine Brücke ein. Ein Parlamentsabgeordneter vor Ort berichtete, die Tankstelle des Ortes sei von den Fluten mitgerissen und mehrere Häuser stark beschädigt worden.

Flutwellen für Nizza vorhergesagt

Ausgelöst wurden die Überschwemmungen durch schwere Regenfälle insbesondere im bergigen Hinterland der Region um Nizza, die auch in der Nacht anhielten. Für Nizza wurden gefährliche Flutwellen vorhergesagt. Der Fluss Var trat über die Ufer. Der Flugverkehr nach Nizza wurde eingestellt, sämtliche Bahnhöfe in der Region geschlossen.

Die Wetterlage beruhige sich zwar, aber es gebe erhebliche Schäden und zahlreiche Menschen, die vermisst würden, teilte der Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi, via Twitter mit. Innenminister Gérald Darmanin sagte nach einer Krisensitzung in Paris die Entsendung zusätzlicher Hubschrauber und Feuerwehrleute in die Region zu. Regierungschef Jean Castex will nach eigenen Angaben mit Darmanin in das betroffene Département Alpes-Maritimes reisen, sobald es die Umstände erlauben.

Wellen treffen auf die Promenade des anglais in Nizza. | dpa

Nach Unwettern und Überschwemmungen in der Region der südfranzösischen Metropole Nizza werden nach Medienberichten mindestens neun Menschen vermisst. Bild: dpa

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 03. Oktober 2020 um 09:00 Uhr und 11:30 Uhr.