US-Präsident Trump. | Bildquelle: REUTERS

Trump zu US-Truppenabzug "Kurden haben uns nicht im Zweiten Weltkrieg geholfen"

Stand: 10.10.2019 03:25 Uhr

US-Präsident Trump hat seinen Truppenabzug aus Syrien mit einem umstrittenen historischen Vergleich verteidigt. Zugleich übernehmen die USA mehrere gefangene IS-Kämpfer von den Kurden. US-Senatoren planen Sanktionen gegen Erdogan.

Mit einem gewagten historischen Vergleich hat US-Präsident Donald Trump den Abzug von US-Soldaten aus Nordsyrien verteidigt: Die jetzt von einer türkischen Militäroffensive betroffenen Kurden hätten die USA schließlich nicht im Zweiten Weltkrieg und bei der Alliierten-Landung in der Normandie 1944 unterstützt. "Sie haben uns nicht im Zweiten Weltkrieg geholfen, sie haben uns beispielsweise nicht mit der Normandie geholfen", sagte Trump. Die Kurden würden vielmehr für "ihr Land" kämpfen.

Die USA hätten den Kurden bereits viel Unterstützung zukommen lassen, führte Trump aus. "Wir haben enorme Geldbeträge ausgegeben, um den Kurden zu helfen, mit Munition, mit Waffen, mit Geld, mit Sold." Zugleich betonte Trump: "Wir mögen die Kurden". Die türkische Militäroffensive gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Nordsyrien wurde erst durch den von Trump angeordneten Abzug von US-Soldaten aus der Region möglich. Die YPG-Miliz war ein wichtiger Verbündeter der USA im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

Daniel Hechler, ARD Kairo, schätzt das Verhalten der Kurden ein
tagesschau 17:00 Uhr, 09.10.2019

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Senatoren wollen Sanktionen gegen Erdogan

Gleichzeitig hat das US-Militär angesichts des türkischen Einmarschs in Nordsyrien mehrere Kämpfer der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) aus den Händen der Kurdenmilizen übernommen. Darunter seien die für ihre Brutalität berüchtigten Briten Alexanda Kotey und El Schafi Elscheich, die in den Irak gebracht werden sollten, berichteten die "Washington Post" und die "New York Times»". Die beiden sollen an der Enthauptung von Geiseln beteiligt gewesen sein und zu einer IS-Zelle gehört haben, die wegen ihrer Herkunft und ihres britischen Akzents auch "The Beatles" genannt wurde.

Während Trump sein Vorgehen verteidigte, haben US-Senatoren beider Parteien der Türkei scharfe Sanktionen angedroht, sollte das Land seine Militäroffensive nicht stoppen. Der Republikaner Lindsey Graham und der Demokrat Chris Van Hollen kündigten ein Sanktionspaket an, mit dem Vermögen der türkischen Führung in den USA eingefroren werden soll.

Betroffen davon wären unter anderem Staatschef Recep Tayyip Erdogan, außerdem der Vizepräsident und der Verteidigungsminister des Landes. Auch soll es Sanktionen gegen Unternehmen geben, die die türkische Armee beliefern, unter anderem Öl- und Gasfirmen. Graham, eigentlich ein Unterstützer von US-Präsident Donald Trump, warf der Regierung vor, nichts gegen die Türkei zu unternehmen. Er erwarte aber breite Unterstützung für die Sanktionsvorschläge im US-Senat - und zwar von Republikanern wie Demokraten, schrieb der Senator im Kurzbotschaftendienst Twitter. Ein Gesetz zur Verhängung der Sanktionen müsste von Trump unterzeichnet werden.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 09. Oktober 2019 um 22:45 Uhr.

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