Türkische Sicherheitskräfte in Istanbul

Tausende Staatsbedienstete betroffen Neue "Säuberungen" in der Türkei

Stand: 02.09.2016 16:50 Uhr

Die "Säuberungen" in der Türkei gehen weiter. Erneut wurden Tausende Beamte entlassen. Nun trifft es vor allem Polizisten. Ihnen wird, wie den bereits zuvor geschassten anderen Staatsbediensteten, eine Verbindung zur Gülen-Bewegung vorgeworfen.

Sieben Wochen nach dem Putschversuch in der Türkei sind erneut Tausende Staatsbedienstete wegen Unterstützung einer Terrororganisation entlassen worden. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu sind mehr als 20.000 Beamte im Bildungsministerium und fast 8000 im Polizeidienst betroffen. In einem Dekret werden deutlich niedrige Zahlen genannt. Darin ist die Rede von 10.000 suspendierten Staatsbediensteten.

Präsident Recep Tayyip Erdogan, der den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen als Drahtzieher des Umsturzversuches betrachtet, hatte nach dem gescheiterten Putsch am 15. Juli umfangreiche "Säuberungen" im Staatsapparat angekündigt.

Tausende entlassene Staatsbedienstete

Seitdem wurden Zehntausende Türken im öffentlichen Dienst suspendiert und entlassen. Laut dem offiziellen Amtsblatt der türkischen Regierung beläuft sich die Gesamtzahl auf rund 43.000 entlassene Staatsbedienstete. Die höchste Zahl entfiel demnach auf das Ministerium für nationale Bildung. Dort verloren 28.163 Menschen ihre Arbeit.

Andere Quellen kommt zu deutlich höheren Zahlen: Laut der Nachrichtenagentur dpa wurden knapp 130.000 Staatsbedienstete seit dem Putsch vor die Tür gesetzt.

Gefängnisse sind überfüllt

Zudem wurden Tausende Türken inhaftiert, die türkischen Gefängnisse sind seit Wochen überfüllt. Um die Situation zu entspannen, wurden laut Justizminister Bekir Bozdag in den vergangenen Wochen 33.838 Menschen vorzeitig aus der Haft entlassen. Diesen Schritt hatte die Regierung Mitte August angekündigt. Die Maßnahme gilt aber nicht für all jene, die nach dem gescheiterten Umsturzversuch im Juli festgenommen wurden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. September 2016 um 15:03 Uhr

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