Helfer in Palu auf Sulawesi suchen nach Überlebenden  | Bildquelle: BASARNAS/HANDOUT/EPA-EFE/REX/Shu

Nach Tsunami in Indonesien Zehntausende benötigen Nothilfe

Stand: 01.10.2018 21:24 Uhr

Nach dem Tsunami in Indonesien haben zahlreiche Länder ihre Unterstützung zugesagt. Nach UN-Schätzungen benötigen 191.000 Menschen Nothilfe. Ein Team aus Deutschland soll am Mittwoch in die Region fliegen.

Indonesien hat nach der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe um internationale Hilfe gebeten. Präsident Joko Widodo habe der Regierung erlaubt, internationale Katastrophenhilfe anzunehmen, sagte Regierungsvertreter Tom Lembong.

Vier Tage nach der Katastrophe sind einige Gebiete immer noch von der Außenwelt abgeschnitten, die Behörden rechnen mit zahlreichen weiteren Opfern. Nach UN-Schätzungen benötigen 191.000 Menschen Nothilfe. In der Küstenstadt Palu gab es schon die ersten Plünderungen. "Wir haben seit drei Tagen nichts mehr gegessen", schreit eine Frau in eine Kameras. An den Tankstellen stehen die Menschen in langen Schlangen für Benzin an.

Indonesien bittet um internationale Hilfe nach dem Tsunami
tagesschau 17:00 Uhr, 01.10.2018, Claudia Drexel, NDR

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"Geste der Solidarität"

Zahlreiche Länder sagten ihre Hilfe zu. "18 befreundete Länder haben als Geste der Solidarität Unterstützung angeboten. Das wissen wir zu schätzen", sagte der für Sicherheit zuständige Minister Wiranto.

Die Europäische Union stellte nach eigenen Angaben zunächst 1,5 Millionen Euro Nothilfe zur Verfügung. Großbritannien spendete nach eigenen Angaben umgerechnet 2,25 Millionen Euro. Auch die USA, Japan, Saudi-Arabien und Katar hätten Hilfe versprochen, sagte Wiranto.

Vorerst 844 identifiziert Tote

Nach der jüngsten offiziellen Zwischenbilanz kamen auf Indonesiens viertgrößter Insel Sulawesi mindestens 844 Menschen ums Leben. Dabei handelt es sich nach Angaben des Katastrophenschutzes allerdings nur um Todesopfer, die bereits identifiziert wurden. Bei vielen Toten gelang dies noch nicht.

Zudem wird befürchtet, dass in entlegeneren Gebieten viele Opfer noch gar nicht entdeckt sind. Vielerorts mussten Retter mit bloßen Händen nach Überlebenden graben, weil es an Geräten fehlt. Die Regierung fürchtet, dass die Zahl der Todesopfer letztlich in die Tausende geht.

Helfer haben mit dem Ausheben von Massengräbern begonnen. Die indonesische Hilfsorganisation Aksi Cepat Tanggap geht nach der Kastrophe vom Freitag von mindestens 1200 Toten aus. Ob darunter auch Ausländer sind, ist bislang nicht bekannt. Eine Gruppe deutscher Urlauber überstand die Katastrophe in einem Tauch-Resort unverletzt.

Zeit wird immer knapper

Aus Deutschland fliege ein erstes Erkundungsteam am Mittwochmorgen in die Krisenregion, teilte der Malteser Hilfsdienst mit. Die Nothilfeteams weiterer Organisationen der "Aktion Deutschland hilft" warteten auf eine offizielle Bestätigung der indonesischen Regierung, bevor sie losfliegen könnten, wie es in einer Mitteilung des Bündnisses hieß. Die Zeit, um in den Trümmern eingestürzter oder weggeschwemmter Häusern auf der Insel Sulawesi noch Überlebende zu finden, wird knapp.

Rund 48.000 Menschen in dem Land mit 260 Millionen Einwohnern seien von dem Unglück aus ihrer Heimat vertrieben worden, sagte ein Sprecher des Katastrophenschutzes, Sutopo Nugroho. In dem Katastrophengebiet fehlt es an den wichtigsten Dingen. Der Leiter der staatlichen Suchtrupps in Palu, Nugroho Budi Wiryanto, klagte: "Es gibt kaum schweres Gerät und praktisch keinen Treibstoff. Das macht uns die Rettung von Opfern sehr schwer."

Vielerorts weiterhin kein Strom

Zudem gibt es vielerorts weiter keinen Strom. Zwar ist der Flughafen von Palu mittlerweile wieder geöffnet. Allerdings können dort längst nicht alle erforderlichen Maschinen landen.

Hunderte flüchtige Häftlinge sind aufgerufen, sich den Behörden zu stellen. Die Regierung habe ihnen dafür ein Ultimatum von einer Woche gesetzt, sagte Minister Wiranto. Nach den 769 Häftlingen zu suchen, die das Beben zur Flucht nutzten, habe keine Priorität, weil die Behörden mit den Rettungsarbeiten ausgelastet seien. Das Beben der Stärke 7,4 hatte auch Wände und Zäune zweier Gefängnisse in Palu und im benachbarten Bezirk Donggala einstürzen lassen.

Behörden weisen Vorwürfe zurück

Die indonesischen Behörden wehrten sich gegen Kritik am Warnsystem. Die Leiterin der Agentur für Meteorologie, Klima und Geophysik (BMKG) rechtfertigte die Entscheidung, die Tsunami-Warnung am Freitagabend nach einer halben Stunde wieder aufzuheben. Behördenchefin Dwirkorita Karnawati sagte der Zeitung "Jakarta Post": "Der Strand von Palu wurde in der Dämmerung von drei Wellen erfasst. Das hat zweieinhalb Minuten gedauert." Die Tsunami-Warnung sei erst danach aufgehoben worden. Aus Sicht des Deutschen Geoforschungszentrums in Potsdam (GFZ) war jedoch auch das zu früh.

Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Beim Tsunami an Weihnachten 2004 starben in Indonesien mehr als 160.000 Menschen, so viele wie in keinem anderen Land der Region. Insgesamt kamen damals in den östlichen Anrainerstaaten des Indischen Ozeans etwa 230.000 Menschen ums Leben.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 01. Oktober 2018 um 20:00 Uhr und die tagesthemen um 22:15 Uhr.

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