Das vom Weißen Haus freigegebene Protokoll des umstrittenen Ukraine-Telefonats von Präsident Trump | Bildquelle: AP

Trumps Ukraine-Telefonat Whistleblower spricht von Vertuschung

Stand: 26.09.2019 18:40 Uhr

Der Informant, der die Affäre um das Ukraine-Telefonat Trumps ins Rollen brachte, hat dem Weißem Haus Vertuschung vorgeworfen. Das zeigt ein Bericht des Informanten. Die Demokraten sehen sich bestätigt.

Der Whistleblower in der Ukraine-Affäre hat dem Weißen Haus vorgeworfen, den Wortlaut eines Telefonats zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj geheim halten zu wollen.

Das geht aus der schriftlichen Beschwerde des Geheimdienstmitarbeiters hervor, die der Geheimdienstausschuss des US-Repräsentantenhauses veröffentlicht hat. Mehrere führende Mitarbeiter des Weißen Hauses hätten sich in den Tagen nach dem Gespräch Ende Juli bemüht, den Zugang zur wortwörtlichen Mitschrift zu sperren, hieß es darin. Die Identität des Whistleblowers ist nicht öffentlich bekannt.

Jan Philipp Burgard, ARD Washington, zu den Vorwürfen gegen Trump
tagesschau24 18:00 Uhr, 26.09.2019

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US-Geheimdienstkoordinator verteidigt Hinweisgeber

In dem Dokument verweist der Whistleblower darauf, er sei von mehreren US-Regierungsvertretern darauf hingewiesen worden, dass Trump über sein Büro versucht habe, die Ukraine zur Einmischung in den US-Präsidentschaftswahlkampf 2020 zu bewegen.

Der Koordinator der US-Geheimdienste, Joseph Maguire, verteidigte den Hinweisgeber. "Ich denke, dass der Whistleblower das Richtige getan hat", sagte Maguire vor dem Geheimdienstausschuss. Er sei zudem überzeugt, dass der Informant "durchweg in gutem Glauben" gehandelt und stets die Gesetze befolgt habe.

Pelosi: "Eine traurige Woche für unser Land"

Die Sprecherin des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, warf dem Weißen Haus "Vertuschung" vor. Die Handlungen des republikanischen Präsidenten hätten den Demokraten keine andere Wahl gelassen, als Schritte für ein Amtsenthebungsverfahren einzuleiten. "Es ist eine traurige Woche für unser Land", sagte Pelosi. "Die Traurigkeit wächst mit jedem Tag, weil die Missachtung, die der Präsident für unsere Verfassung zeigt, deutlicher wird."

Weißes Haus veröffentlicht Mitschrift von umstrittenen Selenski-Telefonat
tagesthemen 22:15 Uhr, 25.09.2019, Stefan Niemann, ARD Washington

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Affäre öffentlich gemacht

Die Beschwerde hatte die Affäre um ein umstrittenes Telefonat zwischen Trump und Selenskyj ins Rollen gebracht. Am Mittwoch war bereits ein Gesprächsprotokoll zu dem Telefonat veröffentlicht worden, das die Unterredung aber nicht wortwörtlich wiedergibt, sondern nur auf Notizen von Anwesenden basiert.

Aus Sicht vieler Demokraten zeigt das Gesprächsprotokoll, dass Trump mit Hilfe einer ausländischen Regierung seinem politischen Rivalen Joe Biden - dem wohl aussichtsreichsten demokratischen Präsidentschaftsbewerber für die Wahl 2020 - schaden und damit den Wahlkampf beeinflussen wollte. Die Demokraten im Repräsentantenhaus hatten am Dienstag Vorbereitungen für ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump eingeleitet.

Impeachment-Untersuchung: Whistleblower Papier veröffentlicht
Martina Buttler, ARD Washington
26.09.2019 18:01 Uhr

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Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 25. September 2019 um 00:01 Uhr und am 26. September 2019 Deutschlandfunk um 08:00 Uhr in den Nachrichten.

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