US-Präsident Trump | Bildquelle: dpa

Fall Khashoggi Trump hält zu Saudi-Arabien

Stand: 20.11.2018 20:25 Uhr

Die USA bleiben nach dem Willen von US-Präsident Trump ein "unerschütterlicher Partner" Saudi-Arabiens - auch wenn der saudische Kronprinz in den Fall des Journalisten Khashoggi involviert sein könnte.

US-Präsident Donald Trump wird wegen der Tötung des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi keine neuen Strafmaßnahmen gegen die Führung Saudi-Arabiens verhängen. Die USA wollten ein "unerschütterlicher Partner" Saudi-Arabiens bleiben, teilte Trump mit. In einer Erklärung des Präsidenten hieß es, der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman könnte von der Tötung gewusst haben oder auch nicht.

In der Erklärung unter der Überschrift "America First!" nannte Trump Saudi-Arabien einen großartigen Verbündeten "in unserem sehr wichtigen Kampf gegen den Iran". Das Königreich habe zudem Milliarden Dollar für den Kampf gegen den "radikalen islamischen Terror" zugesagt. Auch aus wirtschaftlichen Gründen seien die Beziehungen zu Saudi-Arabien wichtig. Es wäre daher töricht, die milliardenschweren Rüstungsgeschäfte mit der Führung in Riad zu beenden. Davon würden nur Russland und China enorm profitieren. "Das wäre ein wunderbares Geschenk für sie - direkt von den Vereinigten Staaten!"

Bestrafung für Tatbeteiligte

Khashoggi sei einem schrecklichen Verbrechen zum Opfer gefallen, ein Verbrechen, über das die USA nicht hinwegsähen, heißt es in der Erklärung weiter. Daher seien Strafmaßnahmen gegen 17 Saudis verhängt worden, die erwiesenermaßen an der Ermordung Khashoggis und der Beseitigung seiner Leiche beteiligt gewesen seien.

Der saudische König Salman und Kronprinz Mohammed bin Salman hätten energisch zurückgewiesen, etwas von der Planung oder Ausführung des Mordes am Khashoggi gewusst zu haben. Die US-Geheimdienste werteten weiter alle Informationen zu der Tat aus. "Es könnte sehr gut sein, dass der Kronprinz von diesem tragischen Vorfall wusste - vielleicht tat er es und vielleicht auch nicht!"

Jamal Khashoggi | Bildquelle: AP
galerie

Khashoggi wurde am 2. Oktober im saudischen Konsulat in Istanbul getötet.

US-Geheimdienste: Mord angeordnet

Khashoggi lebte in den USA, schrieb als Kolumnist für die "Washington Post" und kritisierte dabei oftmals die saudische Königsfamilie. Er wurde am 2. Oktober im saudischen Konsulat in Istanbul getötet. Die US-Geheimdienste kamen zu dem Schluss, Kronprinz Mohammed habe die Tötung angeordnet. Trump hatte dazu einen "sehr umfassenden" Bericht angekündigt.

Die Türkei macht ebenfalls die saudische Führungsspitze für den gewaltsamen Tod Khashoggis verantwortlich und erklärte, das Königreich habe ein Todeskommando nach Istanbul entsandt. Deutschland stoppte vorläufig Rüstungsexporte an Saudi-Arabien und erteilt derzeit keine neuen Genehmigungen. Zudem erließ die Bundesregierung ein Einreiseverbot gegen 18 saudische Staatsangehörige, die direkt oder als Unterstützer tatverdächtig seien.

Erst nach langem Zögern hatte Saudi-Arabien eingeräumt, dass der Regimekritiker getötet wurde. Sein Leichnam bleibt verschwunden.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 20. November 2018 um 22:15 Uhr.

Darstellung: