Rashida Tlaib (l-r), Ilhan Omar, Alexandria Ocasio-Cortez und Ayanna Pressley, alle Kongressabgeordnete der Demokraten, sprechen auf einer Pressekonferenz über die Äußerungen von US-Präsident Trump. | Bildquelle: dpa

Nach umstrittenem Trump-Tweet "Das ist die Agenda weißer Nationalisten"

Stand: 16.07.2019 07:07 Uhr

Nach US-Präsident Trumps rassistischen Tweets haben sich die vier beschimpften Demokratinnen zu Wort gemeldet und die Aussagen scharf kritisiert. Auch einige Republikaner rügten Trump. Der legte noch einmal nach.

Die vier demokratischen Kongressabgeordneten, die Donald Trump mit heftigen Attacken überzogen hat, haben die Äußerungen des US-Präsidenten verurteilt. Trump habe zu einer "unverhohlen rassistischen" Attacke ausgeholt, um von der Korruptheit seiner Regierung abzulenken, sagte Ilhan Omar bei einer Pressekonferenz mit ihren drei Amtskolleginnen. "Das ist die Agenda weißer Nationalisten, egal ob es in Chatrooms passiert oder im nationalen Fernsehen. Und nun hat es den Garten des Weißen Hauses erreicht."

US-Demokratinnen verurteilen Trumps verbalen Angriffe
tagesschau 12:00 Uhr, 16.07.2019

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Omar und ihre Parteikolleginnen Alexandria Ocasio-Cortez, Rashida Tlaib sowie Ayanna Pressley betonten bei dem Auftritt im Kongress, dass sie sich nicht von Trump einschüchtern lassen würden. Pressley sagte, man dürfe sich nicht von dem Republikaner "ködern" lassen, weil er damit nur von der "herzlosen, chaotischen und korrupten" Kultur in seiner Regierung ablenken wolle. Omar und Tlaib sprachen sich zudem für die Einleitung eines Amtsenthebungsverfahrens gegen Trump aus.

Trumps rassistische Tweets

Trump hatte am Sonntag in einem Tweet mehrere Demokratinnen dazu aufgefordert, in ihre vermeintlichen Heimatländer zurückzugehen und die Probleme dort zu lösen, statt den USA gute Ratschläge zu geben. Trump nannte in der Nachricht keine Namen, spielte aber unmissverständlich auf die Gruppe der vier aufstrebenden demokratischen Abgeordneten im Repräsentantenhaus an.

Alle vier sind US-Bürgerinnen. Ocasio-Cortez ist puerto-ricanischer Abstammung, geboren in New York; Tlaib ist Tochter palästinensischer Einwanderer, geboren in Detroit; Pressley ist Afroamerikanerin, geboren in Chicago. Omar kam zwar in Somalia auf die Welt, wurde aber schon als Teenager in den USA eingebürgert.

Trump legt nach

Am Montag legte der US-Präsident bei einem Auftritt im Rosengarten des Weißen Hauses nach und warf den Frauen vor, die USA zu hassen. "Wenn es ihnen hier nicht gefällt, dann können sie gehen." Trump behauptete, viele Amerikaner seien seiner Meinung. Auf die Frage, ob er darüber besorgt sei, dass viele Menschen diese Äußerungen als rassistisch betrachteten, sagte Trump: "Das besorgt mich nicht, weil die Leute mir zustimmen." Die Demokraten brachten am Abend eine Resolution ein, um Trumps Äußerungen zu verurteilen. Über die Resolution könnte bereits am Dienstag abgestimmt werden.

Auch Kritik von Republikanern

Nach den Demokraten äußern sich nun auch einige Republikaner kritisch über Trumps Äußerungen. Er halte Trump zwar nicht für einen Rassisten, erklärte der Minderheitsführer im Repräsentantenhaus, Kevin McCarthy. Doch sollten vier demokratische Abgeordneten, denen der Präsident auf Twitter eine Rückkehr in ihre vermeintliche Heimat nahelegte, nicht die Vereinigten Staaten verlassen müssen.

Der Senator und ehemalige Präsidentschaftskandidat Mitt Romney schrieb auf Twitter, Trumps Bemerkungen seien "schädlich, erniedrigend und spalterisch". Der Präsident der Vereinigten Staaten stehe in der Pflicht, das amerikanische Volk zu einen. "In dieser Hinsicht hat der Präsident kläglich versagt", schrieb Romney.

Der schwarze Abgeordnete Will Hurd sagte im TV-Sender CNN: "Er hat ganz klar rassistische Sachen gesagt. Sowas gehört sich einfach nicht für einen US-Präsidenten. Sogar Kinder wissen, dass sie sowas nicht sagen dürfen." Hurd vertritt einen Wahlkreis an der mexikanischen Grenze.

Auch der republikanische Senator und Trump-Vertraute Lindsay Graham empfahl Trump im Sender Fox News, sich zu zügeln: "Wir wissen doch, dass diese Frauen nur ein Bande von Kommunisten sind. Sie hassen Israel. Sie hassen unser eigenes Land. Da braucht man gar nicht persönlich werden, es reicht, wenn man über ihre politischen Vorstellungen spricht."

Mit Informationen von Julia Kastein, ARD-Studio Washington.

Rassismusdebatte geht weiter: Trump legt nach, Gegenangriff der Demokratinnen
Julia Kastein, ARD Washington
16.07.2019 10:50 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 15. Juli 2019 um 06:38 Uhr.

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