Kellyanne Conway | Bildquelle: AFP

Beraterin des US-Präsidenten Trumps "alternative Fakten"

Stand: 23.01.2017 06:01 Uhr

Der bizarre Streit über die Besucherzahlen bei Trumps Inauguration geht weiter. Nun sagte die Beraterin des US-Präsidenten, sein Team habe "alternative Fakten" präsentiert. Zudem erklärte sie, Trump werde seine Steuererklärung nicht veröffentlichen.

In der Kontroverse um die angeblich falsche Medienberichterstattung zur Zahl der Zuschauer bei der Vereidigung von US-Präsident Donald Trump hat dessen Spitzenberaterin Kellyanne Conway nachgelegt. Conway rechtfertigte beim Sender NBC die Äußerungen von Trumps Sprecher Sean Spicer am Sonntag damit, dieser habe "alternative Fakten" präsentiert.

"Die größte Zuschauerzahl, die jemals einer Amtseinführung beigewohnt hat"?

Spicer hatte zuvor bei seiner ersten Presseunterrichtung im Weißen Haus von einer "absichtlich falschen Berichterstattung" der Medien gesprochen. "Das war die größte Zuschauerzahl, die jemals einer Amtseinführung beigewohnt hat", sagte er. "Punkt." Die Versuche, die Begeisterung bei Trumps Amtseinführung zu schmälern, seien "beschämend und falsch". Er drohte gar damit, die Medien dafür "zur Rechenschaft zu ziehen".

Trump-Sprecher Sean Spicer | Bildquelle: REUTERS
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"Wir werden die Presse ebenso zur Verantwortung ziehen." Trump-Sprecher Sean Spicer droht offen mit Konsequenzen.

Trump selbst warf den US-Medien am Samstag vor, über die Zahl der Zuschauer bei seiner Vereidigung gelogen zu haben. Er habe am Freitag am Kapitol, dem Sitz des US-Kongresses, "eine Million, anderthalb Millionen Menschen" gesehen. Die Behörden in Washington hatten nach der Zeremonie keine offiziellen Teilnehmerzahlen herausgegeben. Fotos und TV-Bilder zeigen jedoch deutlich weniger Menschen, als bei der Amtseinführung von Barack Obama vor acht Jahren.

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Die National Mall bei der Vereidigung Obamas (2009) und Trumps (2017)

Menge an der Nationalpromenade in Washington während der Amtseinführung des US-Präsidenten Donald Trump am 20.01.2017
Menge an der Nationalpromenade in Washington während der Amtseinführung des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama am 20.01.2009

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Keine Veröffentlichung der Steuererklärung

Weiter erklärte Conway, Trump habe doch nicht die Absicht, seine Steuerunterlagen zu veröffentlichen. Damit weicht Trump markant von Wahlkampf-Äußerungen ab, in denen er eine andauernde Steuerprüfung als Grund für seine Weigerung angeführt hatte, seine Steuererklärungen offenzulegen. Conway wies darauf hin, dass die Angelegenheit die Bürger auch gar nicht kümmere. "Es hat die Leute nicht interessiert. Sie haben ihn gewählt, und lassen Sie mich das sehr klar machen: Die meisten Amerikaner sind sehr darauf konzentriert, wie ihre eigenen Steuererklärungen während Trumps Amtszeit aussehen werden - nicht wie seine aussehen."

Die Äußerungen der Beraterin stehen in deutlichem Widerspruch zu einer jüngsten "Washington Post"/ABC-Umfrage, der zufolge 74 Prozent der Amerikaner meinen, dass der milliardenschwere Ex-Immobilienunternehmer seine Steuerunterlagen veröffentlichen soll.

US-Präsident Trump besucht die CIA und kritisiert Medien
tagesschau 20:00 Uhr, 22.01.2017, Ina Ruck, ARD Washington

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Klage wegen Unternehmensverflechtung

Gleichzeitig wurde bekannt, dass "Citizens for Ethics", eine auf Finanzen und Moral spezialisierte Organisation aus Washington Klage gegen US-Präsident Donald Trump einreichen will. Indem er seinem Unternehmen erlaube, Geld von ausländischen Regierungen anzunehmen, verletzte er die amerikanische Verfassung, teilte die Gruppe mit. Trump habe seine Geschäfte nicht veräußert und nehme dadurch nun Geschenke ausländischer Regierungen an - etwa durch Gäste oder Veranstaltungen in seinen Hotels, Pachteinnahmen und weitere Immobiliendeals. Die liberale Überwachungsorganisation fürchtet damit Einflussnahme ausländischer Mächte auf die US-Politik, wie die "New York Times" berichtete.

Präsidentensohn Eric Trump, der dem Familiengeschäft als Vizepräsident vorsteht, wehrte sich gegen die Vorwürfe. "Das ist reine Schikane zu politischen Zwecken, und, ehrlich gesagt, finde ich das sehr, sehr traurig", sagte er in einem Interview. Donald Trumps Anwälte argumentierten unterdessen, die Klausel beziehe sich auf besondere Zuwendungen oder Geschenke, aber nicht auf die reguläre Bezahlung eines Hotelzimmers.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. Januar 2017 um 20:00 Uhr.

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