US-Präsident Trump | Bildquelle: dpa

Ermittlerfragen an Trump Antworten auf eigene Faust?

Stand: 16.11.2018 22:40 Uhr

Viele Fragen hatte Sonderermittler Mueller an Präsident Trump, um Klarheit in der Russland-Affäre zu erhalten. Nun hat Trump geantwortet - alleine, wie er sagt, ohne Anwälte. Dafür mit Seitenhieben.

Seit anderthalb Jahren prangert US-Präsident Donald Trump die Untersuchungen von FBI-Sonderermittler Mueller zur sogenannten Russland-Affäre immer wieder als "Hexenjagd" an. Im Mai hatte Mueller eine Vielzahl an Fragen an den Präsidenten geschickt. Und die will Trump nun beantwortet haben - und zwar höchstpersönlich.

Antworten sind geschrieben, aber noch nicht abgeschickt

Eigenhändig habe er die Antworten niedergeschrieben, wie Trump vor Journalisten im Weißen Haus betonte. Er widersprach damit Berichten der "New York Times", denen zufolge Trump Anfang der Woche bis zu 20 Stunden mit seinen Anwälten zusammengesessen und die Antworten ausgearbeitet habe.

Doch Trump zufolge war das offenbar gar nicht nötig, die Beantwortung des Fragenkatalogs sei "sehr leicht" gewesen. Auch wenn er davon ausgehe, dass sich in den Fragen Fallen verbergen. Man müsse "sehr vorsichtig sein bei Leuten, die böse Absichten haben", wetterte Trump gegen den Sonderermittler. Abgeschickt habe er seine Antworten aber noch nicht, er sei "ein wenig beschäftigt gewesen" in letzter Zeit.

Mueller als "Schande für die Nation"

Trumps verbale Attacken gegen Mueller hatten in den vergangenen Tagen wieder zugenommen. Am Donnerstag gipfelten sie in gleich mehreren Tweets, in denen Trump den Sonderermittler und sein Team als "Schande für die Nation" bezeichnete. Die Ermittler würden Leute unter Druck setzen, um die Antworten zu bekommen, die sie wollen und sie würden Leben zerstören. Zudem warf Trump Mueller erneut vor, für "eine Bande" von Demokraten zu arbeiten. Und natürlich fiel auch wieder der Begriff "Hexenjagd", die "größte in der amerikanischen Geschichte".

Droht ein Eingriff in die Ermittlungen?

Vor allem der Rücktritt von US-Justizminister Jeff Sessions einen Tag nach den Kongresswahlen und die Ernennung von Matthew Whitaker als seinen vorübergehenden Nachfolger hatten die Spannungen zwischen dem Weißen Haus und Mueller erneut angeheizt. Demokraten und Regierungskritiker fürchten, Trump könnte über Whitaker versuchen, in die Ermittlungen einzugreifen. Denn im Gegensatz zu Sessions, der sich aufgrund von Befangenheit aus den Untersuchungen heraushielt, hat sein Nachfolger die Ermittlungen wiederholt scharf kritisiert.

Mueller untersucht seit Mai 2017, ob es während des Präsidentschaftswahlkampfes 2016 unrechtmäßige Absprachen zwischen Russland und dem damaligen Wahlkampfteam von Trump gegeben hat. Bislang hat er durch seine Untersuchungen Anklagen gegen vier frühere Mitarbeiter Trumps und 26 russische Staatsbürger erwirkt.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 17. November 2018 um 01:00 Uhr in den Nachrichten.

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