Handschlag zwischen Trump und Kim in der demilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea | REUTERS

Treffen mit Machthaber Kim Trump überschreitet Grenze zu Nordkorea

Stand: 30.06.2019 09:31 Uhr

US-Präsident Trump hat als erster amtierender US-Präsident den Boden des kommunistischen Nordkoreas betreten. Im Ort Panmunjom an der innerkoreanischen Grenze überschritt er zusammen mit Kim die Demarkationslinie.

US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un haben sich an der innerkoreanischen Grenze getroffen. Nachdem die beiden sich die Hand gaben, trat Trump über die Grenze und ging ein paar Schritte in Nordkorea.

Anschließend überschritten beide zusammen die Grenze nach Südkorea und wechselten ein paar Worte. "Es ist eine Ehre hier zu sein", sagte Trump. Trump zeige seine Bereitschaft, an einer neuen Zukunft zu arbeiten, sagte Kim. Er habe nicht erwartet, Trump jemals an der Grenze zu treffen.

Einladung ins Weiße Haus?

Trump betonte mehrmals sein gutes persönliches Verhältnis zu Kim, dem er bereits zweimal bei Gipfeltreffen in Singapur und Hanoi begegnet war. "Wir mochten uns vom ersten Tag an", sagte Trump. Er wolle ihn "jetzt gleich ins Weiße Haus einladen", sagte Trump.

Eigentlich war lediglich ein kurzes Treffen geplant, Trump und Kim sprachen dennoch 50 Minuten miteinander. Ein Ergebnis: Die Verhandlungen über Nordkoreas Atomwaffen sollen binnen Wochen wieder aufgenommen werden.

Zuvor hatte Trump die entmilitarisierte Zone zwischen Süd- und Nordkorea besichtigt. In Begleitung von Südkoreas Präsident Moon Jae In begab sich Trump auf einen Beobachtungsposten, der einen Blick auf das nordkoreanische Staatsgebiet ermöglicht. 

Die entmilitarisierte Zone (DMZ) trennt Süd- und Nordkorea seit ihrem Bruderkrieg (1950-53) auf vier Kilometern Breite und etwa 250 Kilometern Länge. Trump und Moon wollten Angaben des Weißen Hauses zufolge ihre Anstrengungen fortsetzen, eine vollkommen überprüfbare atomare Abrüstung Nordkoreas zu erreichen. Außerdem sollen die Beziehungen zwischen den USA und Südkorea gestärkt werden.

Einladung per Twitter

Trump hatte die angeblich spontane Einladung erst am Vortag via Twitter ausgesprochen. In der Folge gab es eine hektische Last-Minute-Diplomatie, die offenbar zur Akzeptierung der Einladung seitens Nordkorea führte. Trump betonte mehrmals sein gutes persönliches Verhältnis zu Kim, dem er bereits zweimal bei Gipfeltreffen in Singapur und Hanoi begegnet war.

Südkoreas Präsident Moon Jae In und US-Präsident Donald Trump | REUTERS

Südkoreas Präsident Moon Jae In und US-Präsident Donald Trump schauen auf Nordkorea Bild: REUTERS

Bislang keine Fortschritte im Atomstreit

Seit dem gescheiterten Gipfeltreffen zwischen Trump und Kim Jong Un im Februar in Vietnam gibt es keine Fortschritte im Atomstreit mit Nordkorea. Beide Seiten konnten in der zentralen Frage der atomaren Abrüstung Pjöngjangs und Gegenleistungen der USA keine Einigung erzielen. Von ihrem ersten Gipfel in Singapur im Jahr 2018 waren hoffnungsvolle Signale ausgegangen. Kim hatte seine Bereitschaft zu einer "kompletten Denuklearisierung" bekräftigt. Doch gibt es bisher keine konkreten Zusagen, bis wann die kommunistische Führung in Pjöngjang ihr Atomwaffenarsenal abrüsten will.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 30. Juni 2019 um 09:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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B. Pfluger 30.06.2019 • 12:49 Uhr

11:10 von harry_up

Trumpf Wiederwahl ist ihm dank seiner Flüchtlings- und America-first-Politik eh sicher? Genau diese Politik wird ihm bei den Wahlen 2020 auf die Füsse fallen. Ausser seinen Stammwählern wird ihn keiner wählen und die sind nun mal nicht genug für eine 2. Amtszeit. Dieses Treffen mit Un auf Nordkoreanischem Boden zeigt doch deutlich dass Trump alles tut um als Präsident bestätigt zu werden. Er hat ja auch damit geliebäugelt, negative Informationen über seine Wahlgegner aus ausländischen Quellen zu nutzen - ein übler Charakter, der mit allen (auch schmutzigen) Mitteln an seiner Wiederwahl arbeitet. Ihm geht es nicht um Nordkorea, sondern nur um sein politisches Überleben.