Trump im Weißen Haus | Bildquelle: MICHAEL REYNOLDS/EPA-EFE/REX

Trump warnt Iran "Sie spielen mit dem Feuer"

Stand: 02.07.2019 15:25 Uhr

US-Präsident Trump hat den Iran davor gewarnt, Uran anzureichern. Nach Angaben der Atomenergiebehörde überschritt Teheran erstmals die Obergrenze seiner niedrig angereicherten Uranvorräte.

In der Krise mit dem Iran haben die USA die Führung in Teheran eindringlich vor der angedrohten Anreicherung von Uran gewarnt. "Sie wissen, womit sie spielen, und ich denke, sie spielen mit Feuer", sagte US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus. US-Außenminister Mike Pompeo forderte den Iran auf, die Anreicherung von Uran zu stoppen. Teheran "nutzt weiterhin sein Atomprogramm, um die Internationale Gemeinschaft zu erpressen und die regionale Sicherheit zu bedrohen", kritisierte Pompeo. Kein Atomabkommen dürfe dem Iran jemals erlauben, Uran anzureichern.

USA wollen mehr Druck aufbauen

Trump sagte nach Angaben von Fox News, dem Iran dürfe niemals erlaubt werden, über Atomwaffen zu verfügen. Trumps nationaler Sicherheitsberater John Bolton warf Teheran auf Twitter vor, mit der Anreicherung schneller in den Besitz einer Atombombe kommen zu wollen.

Pompeo teilte mit, die USA wollten ein neues, umfassendes Abkommen mit dem Iran aushandeln, "um seine Bedrohungen für internationalen Frieden und Sicherheit zu beseitigen. Solange der Iran Diplomatie weiterhin ablehnt und sein Atomprogramm ausbaut, werden wirtschaftlicher Druck und diplomatische Isolation stärker werden."

Urananreicherung und der Iran
01.07.2019, Heike Keuthen, ARD-aktuell

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Teheran: "Iraner rücken enger zusammen"

Der Iran zeigt sich von den Drohungen der USA unbeeindruckt. Trump müsse realisieren, dass die Iraner unter Druck enger zusammenrückten, sagte Parlamentspräsident Ali Laridschani im staatlichen Fernsehen. "Herr Trump sollte begreifen, dass eine zivilisierte Nation noch einiger wird, wenn man ihr gegenüber schikanöse Worte gebraucht."

Nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) überschritt der Iran erstmals die Obergrenze seiner niedrig angereicherten Uranvorräte. Nach dem Wiener Atomabkommen liegt die vorgeschriebene Obergrenze bei 300 Kilogramm.

Sorgen und Warnungen

Das Abweichen des Irans von den Vereinbarungen des Atomabkommens löste international große Besorgnis aus. Die Europäische Union rief Teheran auf, die Entscheidung zur Urananreicherung zurückzunehmen. Das Land habe sich nach dem einseitigen Ausstieg der USA 14 Monate lang an das Abkommen gehalten, sagte die Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini, Maja Kocijancic. Die EU halte an der Vereinbarung fest, solange der Iran seine Verpflichtungen im Nuklearbereich einhalte.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow rief Irans Führung dazu auf, ihre Verpflichtungen aus dem Atomabkommen einzuhalten. Die iranische Regierung müsse "Zurückhaltung zeigen, sich nicht Emotionen hingeben", sagte Lawrow. Gleichzeitig forderte er Europa auf, dem Iran Abhilfe bei US-Sanktionen zu verschaffen. Die EU soll sich an ihr Versprechen halten und endlich ein funktionierendes System zum Schutz ihres Handels mit dem Iran vor US-Sanktionen einführen. Die Sanktionen hätten den Iran daran gehindert, seine Uran-Überschüsse zu verkaufen. Dadurch habe der Iran Vorräte angelegt.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow sieht auch die EU in der Pflicht, den Konflikt mit dem Iran zu entschärfen. | Bildquelle: dpa
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Der russische Außenminister Sergej Lawrow sieht auch die EU in der Pflicht, den Konflikt mit dem Iran zu entschärfen.

Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu nannte die Aktion des Iran "einen bedeutenden Schritt hin zur Entwicklung einer Atomwaffe". Er forderte von der EU, die vom UN-Sicherheitsrat vorgesehenen Sanktionen gegen den Iran bei Verstößen gegen das Nuklearabkommen in Kraft zu setzen.

Trump hatte das Atomabkommen mit dem Iran im Mai vergangenen Jahres einseitig aufgekündigt. Die verbliebenen Unterzeichnerstaaten - die UN-Vetomächte China, Frankreich, Großbritannien, Russland sowie Deutschland - halten an dem Atomabkommen fest. Das Atomabkommen von 2015 soll dazu dienen, den Iran am Bau einer Atombombe zu hindern. Neben der Obergrenze bei den erlaubten Vorräten gilt für den Iran auch die Auflage, dass er sein Uran nicht höher als 3,67 Prozent anreichern darf. Diese zweite Auflage will Teheran nach bisherigen Angaben am 7. Juli verletzen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. Juli 2019 um 10:00 Uhr.

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