Ein Iraner hält eine Zeitung mit Trump-Schlagzeile in den Händen | Bildquelle: AFP

US-Sanktionen gegen den Iran Neuer Druck für den "Weltfrieden"

Stand: 07.08.2018 13:46 Uhr

Die US-Sanktionen gegen den Iran sind in Kraft - erste Unternehmen haben sich bereits zurückgezogen. Doch US-Präsident Trump macht weiter Druck - mit merkwürdigen Worten. Experten glauben, dass seine Strategie im Iran scheitert.

"Jeder, der mit dem Iran Geschäfte macht, wird KEINE Geschäfte mit den Vereinigten Staaten machen." Mit diesen markigen Worten hat US-Präsident Donald Trump das Inkrafttreten der Sanktionen gegen die Islamische Republik kommentiert. In einer Botschaft bei Twitter betonte Trump, dass es ihm um den "Weltfrieden" gehe. Was genau die Sanktionen mit diesem Thema zu tun haben, ließ er aber offen.

Seit heute gelten erste Sanktionen gegen den Iran. Trump hatte sie in Kraft gesetzt, nachdem er im Mai das Atomabkommen mit dem Land einseitig aufgekündigt hatte. Die Strafmaßnamen verbieten es der iranischen Regierung, US-Dollars zu kaufen. Sie richten sich zudem gegen den Automobilsektor, die Luftfahrtbranche und den Export von Metallen, Agrarprodukten und Teppiche. Der zweite Teil der Sanktionen soll dann ab 5. November den wichtigen Ölsektor treffen. So will Trump "maximalen Druck" auf Teheran ausüben.

US-Sanktionen gegen den Iran treten in Kraft
tagesschau 20:00 Uhr, 07.08.2018, Jan Philipp Burgard, ARD Washington

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"Wütend auf das eigene System"

Der iranische Präsident Hassan Rouhani sprach von "psychologischer Kriegsführung" und lehnte erneut ein Gesprächangebot von Trump ab. Er wolle nicht mit jemandem sprechen, der ihn sanktioniere, sagte Rouhani. Gespräche würden erst wieder stattfinden, wenn das Atomabkommen wieder von den USA anerkannt würde, berichtet ARD-Korrespondentin Natalie Amiri.

Der Druck der USA hatte zuletzt zu einem wirtschaftlichen Abschwung in dem ohnehin angeschlagenen Land geführt. "Die Menschen sind wütend auf das eigene System", sagte Amiri. Das zeigte sich in Protesten auf der Straße.

Nahost-Experte Guido Steinberg glaubt dennoch nicht, dass die Zermürbungsstrategie der USA im Iran erfolgreich ist. Das Regime könne Druck von außen und innen noch sehr lange standhalten, sagte er dem RBB. Seit den größeren Protesten im Januar 2018 gebe es zwar immer wieder Demonstrationen im Land. "Aber die Iraner haben immer wieder klar gemacht, dass sie nicht bereit sind, tatsächlich grundlegende Änderungen zuzulassen."

Daimler stellt Geschäfte ein

Die EU ist gegen die Sanktionen. Sie will europäische Unternehmen davor schützen und das Atomabkommen mit dem Iran retten. Dennoch beugen sich auch europäische Firmen dem Druck der USA: Der Autobauer Daimler stellte sein Geschäft im Iran "bis auf weiteres" komplett ein. Wie das Unternehmen mitteilte, hatte es auch vorher nur "eingeschränkte Aktivitäten" in dem Land. Daimler hatte 2016 nach dem Ende der Sanktionen angekündigt, im Iran Lkw verkaufen zu wollen. Dafür hatte das Unternehmen ein Abkommen über die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit einem iranischen Fahrzeughersteller geschlossen.

Auch andere deutsche Firmen beendeten ihre Geschäfte im Iran.

Die Börse reagierte gelassen auf die neuen Sanktionen. Der Ölpreis steig lediglich leicht an. Der Iran ist ein wichtiger Öllieferant. Durch die wirtschaftlichen Einschränkungen könnten die Exportzahlen zurückgehen und sich so die Ölmenge auf dem Weltmarkt verringern.

Trump-Regierung setzt Iran-Sanktionen wieder in Kraft
Martin Ganslmeier
07.08.2018 08:49 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. August 2018 um 12:00 Uhr.

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