Trumps Anwalt Michael Cohen (Archivbild). | Bildquelle: AFP

Ex-Anwalt Cohen Von Trump zur Lüge gedrängt?

Stand: 19.01.2019 02:51 Uhr

Log Präsident Trumps Ex-Anwalt Cohen vor dem Kongress, weil Trump es von ihm forderte? Davon geht ein US-Medienbericht aus, der für Aufregung sorgt. Sonderermittler Mueller weist den Bericht zurück.

Die US-Demokraten verlangen Aufklärung über einen Bericht von "Buzzfeed News", wonach Präsident Donald Trump seinen langjährigen Anwalt Michael Cohen zur Lüge vor dem Kongress aufgefordert haben soll.

"Buzzfeed" berichtete, Cohen habe dem Sonderermittler Robert Mueller gesagt, Trump habe ihn persönlich angewiesen zu lügen, um seine Beteiligung zu verschleiern. Das Team des Sonderermittlers habe durch Aussagen von Zeugen aus der Trump-Organisation sowie durch E-Mails, Textnachrichten und andere Dokumente von der Anweisung erfahren.

Sonderermittler Mueller dementiert Bericht

Muellers Büro, das nur selten öffentliche Erklärungen abgibt, wies den Bericht als falsch zurück. "'Buzzfeeds' Beschreibung spezieller Aussagen gegenüber dem Büro des Sonderermittlers und Darstellung von Dokumenten und Zeugenaussagen, die von diesem Büro erlangt wurden, mit Blick auf Michael Cohens Kongressaussage, sind nicht richtig", teilte Sprecher Peter Carr mit.

"Buzzfeed" verbreitete diese Stellungnahme des Mueller-Büros selbst über seinen Twitter-Kanal. Chefredakteur Ben Smith erklärte jedoch, das Portal bleibe bei der Darstellung und stehe sowohl zu den Recherchen wie auch zu den genutzten Quellen. Mueller müsse klarstellen, was genau denn falsch gewesen sein soll, betonte Smith.

Demokraten fordern Amtsenthebung

Führende Demokraten, unter ihnen der ehemalige Justizminister Eric Holder, hatten mit Forderungen nach einer Amtsenthebung Trumps auf den Bericht reagiert.

Trump warf Cohen vor, er lüge, um seine Gefängnisstrafe zu reduzieren. Auch sein persönlicher Anwalt Rudy Giuliani stellte Cohen als Lügner da.

Dem Fernsehsender Fox News sagte US-Regierungssprecher Hogan Gridley, die "BuzzFeed"-Geschichte sei "absolut lächerlich". Auf wiederholtes Nachfragen weigerte er sich aber, die zentrale Anschuldigung zu dementieren, dass Trump Cohen angewiesen habe, den Kongress zu belügen. Einer der Interviewer stellte fest: "Das war kein Dementi meiner Frage."

Strittige Angaben zu Bauplänen in Moskau

Der Medienbericht bezieht sich auf den geplanten Bau eines Trump-Towers in Moskau, der letztlich nicht zustande kam. Cohen hatte im November eingeräumt, den Kongress in dieser Angelegenheit unter Eid angelogen zu haben. Er erklärte vor Gericht, noch bis ungefähr Juni 2016 versucht zu haben, eine Genehmigung der russischen Behörden für das Bauprojekt zu erhalten. Seine Bemühungen liefen also in der kritischen Phase von Trumps Wahlkampf weiter, während der sich der Unternehmer als Kandidat der Republikaner herauskristallisierte.

Donald Trump hört einer Rede Michael Cohens zu (Archivbild). | Bildquelle: REUTERS
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Da war ihre Welt noch in Ordnung: Trump und sein damaliger Anwalt Cohen im September 2016.

Cohen hatte im November vor Gericht angegeben, er habe aus Loyalität zu Trump gelogen. Er kooperiert in der Russland-Affäre mit Sonderermittler Mueller, der untersucht, ob es bei den mutmaßlichen Versuchen russischer Einflussnahme auf den US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 geheime Absprachen zwischen dem Trump-Lager und Vertretern Russlands gab und ob Trump mit der Entlassung von FBI-Chef James Comey die Justiz behindert hat.

Trump soll früheren Anwalt Michael Cohen angewiesen haben zu lügen
Martina Buttler, ARD Washington
18.01.2019 18:39 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. Januar 2019 um 20:00 Uhr.

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