Giovanni Trapattoni | Bildquelle: dpa

Italiens Erfolgstrainer Was erlauben ... Trapattoni wird 80

Stand: 17.03.2019 12:28 Uhr

Sein härtester Gegner während seiner Zeit als Bayern-Coach: die deutsche Sprache. Seine Wutrede: unvergessen. Dabei gilt Giovanni Trapattoni als Gentleman unter den Trainern. Heute wird er 80.

Von Tassilo Forchheimer, ARD-Studio Rom

Seine Bilanz kann sich sehen lassen. Mehr als 20 Titel hat er im Lauf seiner Trainer-Karriere eingefahren. Und das in insgesamt vier verschiedenen Ländern. Erfolgreicher Vereinstrainer, Teamchef gleich mehrerer Nationalmannschaften, vorher fast zwei Jahrzehnte anerkannter Fußballprofi. Giovanni Trapattoni ist unstreitig einer der ganz Großen in der Fußballwelt. Und doch hat ihn vor allem eine Pressekonferenz unsterblich gemacht.

Seine Wutrede im März 1998 ist sogar im italienischen Fernsehen noch immer ein Thema: "Sie sagten 'Ich habe fertig' statt 'Ich bin fertig', richtig?", wird er gefragt. "Doch die Deutschen haben 'Ich habe fertig' dann übernommen. Der Satz ist wahnsinnig gut angekommen." Trapattoni entgegnet: "Ja, man hat mir sofort vorgeworfen, dass ich kein Deutsch konnte und wohl noch etwas lernen müsste. Doch je mehr Zeit verging, desto häufiger benutzten die Zeitungen den Ausspruch und er wurde ein bisschen zu einem Slogan." 

Eine Pressekonferenz, die deutsche Sprachgeschichte geschrieben hat, weil Trapattoni innerhalb von nur dreieinhalb Minuten gleich etliche Stilblüten produziert hat. Etwa:

"Ein Trainer ist nicht ein Idiot! Ein Trainer sehen was passieren in Platz. In dieses Spiel es waren zwei, drei oder vier Spieler, die waren schwach wie eine Flasche leer!"

Giovanni Trapattonis "Ich habe fertig"-Pressekonferenz im März 1998
17.03.2019

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Ein Gentleman unter den Trainern

Sätze, die unvergessen bleiben und doch überhaupt nicht typisch sind für diesen Trainer, meint die Torwart-Legende Dino Zoff. Für die Italiener ist Giovanni Trapattoni bis heute einer der Größten, "il Maestro" oder "il Magnifico". Irgendwie passen alle diese Würdigungen zum Gentleman unter den italienischen Fußballtrainern, meint Zoff: "Er steht für Entschlossenheit, Leidenschaft, Fleiß. Ich erinnere mich, dass er als unser Trainer besser trainiert war als wir Spieler. Er lief voran, er war immer begeistert von seiner Arbeit."

Sein Geheimnis sei die Ausgeglichenheit gewesen. "Er unterwarf sich nicht modernen Moden, die viel hermachen, aber nicht wirklich etwas bringen. Er hat das Wichtige getan, mit Zutaten, die zum Sieg führen. Nicht so wie die vielen Besserwisser, die noch nie irgendetwas gewonnen haben", sagt Zoff.  

"Ein großer Lehrmeister für uns alle"

Ganz ähnlich sieht das auch sein aktueller Nachfolger im Amt des italienischen Nationaltrainers. Trapattoni sei zu Unrecht als Defensiv-Coach beschrieben worden, meint Roberto Mancini. Wer so viele Siege geholt habe, könne keinen Defensiv-Fußball gespielt haben. "Er hat die Geschichte des italienischen Fußballs mitgeschrieben, hat alles gewonnen, wo auch immer in Europa hat er seine Sache gut gemacht. Er war wirklich ein großer Lehrmeister für uns alle. Abgesehen davon ist er ein wirklich anständiger Kerl."

Mit einer stets vornehmen Ausstrahlung. Perfekt gekleidet, ein Freund der Oper und der anspruchsvollen Literatur. Einfühlsam, fleißig, fair, geduldig und humorvoll - so wurde der Spross einer Bauernfamilie aus der Gegend von Mailand immer wieder beschrieben.

"Il Tedesco"

Nicht nur wegen seiner hellen Haare bekam er in Italien auch den Spitznamen "il Tedesco", der Deutsche. Richtig daran ist, dass Trapattoni immer schon etwas übrig hatte für das Volk im Norden. Schuld daran war ein deutscher Wehrmachtssoldat. "Da war ein Leutnant, ein hübscher blonder Kerl. Ich erinnere mich, obwohl ich sehr klein war, der hieß Rudi. Ich trieb mich auf dem Feld in der Nähe der großen Kanone herum und er rief mich: 'Giovanni komm her, komm her!' Ich verstand ihn natürlich nicht, aber dann reichte er mir Schokolade."

Dass Trapattoni Jahrzehnte später zu Bayern und später zu Stuttgart ging, dürfte hier seinen Ursprung haben. Was wiederum bedeutet: Ohne Leutnant Rudi hätten wir Trapattonis schönes Deutsch möglicherweise nie zu hören bekommen.

 

Giovanni Trapattoni wird 80 Jahre alt
Tassilo Forchheimer, ARD Rom
17.03.2019 11:37 Uhr

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Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 17. März 2019 um 12:11 Uhr.

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