Ein Mann braut in seiner Küche in Istanbul seinen eigenen Raki. | picture alliance/AP Images

Türkei Viele Tote durch gepanschten Alkohol

Stand: 17.12.2021 17:40 Uhr

In der Türkei sind mindestens 26 Menschen nach dem Konsum von illegal gebranntem Alkohol gestorben. Wegen der hohen Preise von legalem Alkohol ist Schwarzbrennerei dort ein verbreitetes Problem.

In der Türkei hat es eine Reihe von Todesfällen durch gepanschten Alkohol gegeben. Dabei starben laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu seit dem 13. Dezember mindestens 26 Menschen, die meisten von ihnen im Großraum Istanbul. Elf der Toten seien Ausländer, heißt es. Weitere 16 Menschen würden derzeit in Krankenhäusern behandelt.

Methanol schädigt Nerven, Nieren, Leber und Augen

Wie es weiter heißt, ging die Polizei in mehreren Provinzen des Landes gegen mutmaßliche Schwarzbrenner vor. Dabei habe es vier Festnahmen gegeben. Problem beim Schwarzbrennen ist die Entstehung von giftigem Methanol. Die methanolhaltigen Anteile werden normalerweise weggeschüttet. Beim illegalen Schnapsbrennen geschieht das manchmal nicht. Der Konsum von Methanol kann Schäden an Nerven, Nieren, Leber und den Augen verursachen.

Preise für legalen Alkohol massiv gestiegen

Die Türkei steckt derzeit in einer tiefen Wirtschaftskrise. Die Preise für legalen Alkohol sind stark gestiegen, unter anderem durch die hohe Inflation, eine Währungskrise und hohe Steuern. Kostete eine Flasche des Nationalgetränks Raki bei Amtsantritt von Präsident Recep Tayyip Erdogan 2002 noch acht Lira, steht der Preis heute bei 250 Lira, umgerechnet 15 Euro. Das ist etwa ein Zehntel des monatlichen Mindestlohns. Angesichts dieser Situation greifen viele Menschen zu selbstgebranntem Schnaps.