Rosamunde Pilcher | Bildquelle: picture alliance / AP Photo

Zum Tod von Rosamunde Pilcher Die Meisterin der Liebesromane

Stand: 07.02.2019 17:49 Uhr

Mehr als 100 Verfilmungen ihrer Bücher fanden sonntags Millionen Zuschauer: Rosamunde Pilcher war der Inbegriff von Liebesgeschichten. Nun ist die Autorin mit 94 Jahren gestorben.

Von Thomas Spickhofen, ARD-Studio London

Die meiste Zeit ihres Lebens hat Rosamunde Pilcher in Schottland verbracht. Berühmt aber wurde sie mit Büchern, die in Cornwall spielen - ihrer Heimat, wo sie 1924 geboren wurde. Diese Landschaft, das Meer, diese ganze Atmosphäre dort hatten wahrscheinlich einen größeren Einfluss auf ihr Leben als irgendetwas sonst, meinte sie einmal rückblickend.

Ihre literarische Karriere begann Pilcher schon als Teenagerin mit Kurzgeschichten in Frauenzeitschriften. Als sie schließlich sogar Geld dafür bekam, wusste sie: Das liegt mir, damit kann ich auf eigenen Füßen stehen, eigenes Geld verdienen - keine Selbstverständlichkeit im Nachkriegs-England.

Rosamunde Pilcher | Bildquelle: dpa
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Im Jahre 1987 stand Pilchers Buch "Die Muschelsucher" monatelang auf der Beststeller-Liste der "New York Times". Hier ist sie im Jahr 2000 bei einer Signierstunde in Frankfurt am Main zu sehen.

Durchbruch erst mit 63 Jahren

Vier Kinder zog Rosamunde Pilcher groß, zwei Jungen und zwei Mädchen. Ihren Durchbruch als Schriftstellerin erreichte sie erst, als sie schon 63 war: Mit dem Roman "Die Muschelsucher", der 1987 monatelang auf der Bestseller-Liste der "New York Times" stand. In Deutschland ist der Name Rosamunde Pilcher der Inbegriff für seichte Unterhaltung. Ein Problem hatte die Autorin damit nie:

"Ja, in meinen Büchern ist ein gewisser Eskapismus drin, eine Flucht vor der Wirklichkeit. Aber es ist ja auch nicht so, dass unser Leben oder unser Job immer angenehm sind. Besonders Frauen führen oft ein Schattendasein, mit Kindererziehung und all dem. Da ist es doch manchmal schön, an die Hand genommen und in eine andere Welt oder anderes Leben geführt zu werden. Das Leben anderer Menschen ist immer faszinierend."

Mehr als 100 Verfilmungen

Die mehr als 100 Verfilmungen von Rosamunde-Pilcher-Stoff fanden im ZDF am Sonntagabend Millionen Zuschauer. Cornwall wurde nicht zuletzt dank dieser Filme zur Attraktion für deutsche Touristen. 2002 erhielt Pilcher für dieses Verdienst sogar den britischen Tourismuspreis. Zwei Jahre zuvor hatte sie ihren letzten Roman veröffentlicht.

Sie hörte mit dem Schreiben auf, um noch möglichst viel Zeit mit ihrem Mann zu verbringen. Seit dessen Tod lebte sie allein in ihrem schottischen Landhaus. Irgendwelchen Zwängen der Modernität fühlte sie sich nie verpflichtet, sogar ihrer alten mechanischen Schreibmaschine ist sie ihr ganzes Schriftstellerleben lang treu geblieben: "Ich hatte zwischendurch mal eine elektrische Schreibmaschine gekauft. Aber damit kamen meine Finger nicht klar. Darum habe ich sie wieder weggeben."

Nachruf Rosamunde Pilcher
Thomas Spickhofen, ARD London
07.02.2019 17:12 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. Februar 2019 um 17:00 Uhr.

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