Ein Offizier hilft bei der Auszählung von Wählerstimmen. (24. März) | Bildquelle: AP

Wahl in Thailand Stimmen ausgezählt - Armee-Partei vorne

Stand: 28.03.2019 12:00 Uhr

Die Wahlkommission in Thailand hat die Ergebnisse der Parlamentswahl veröffentlicht. Die meisten Stimmen gingen an die Militär-Partei. Wer die neue Regierung bildet, ist weiter unklar.

Die staatliche Wahlkommission in Thailand hat die Armee-Partei Phalang Pracharat (PPRP) zum Wahlsieger der Parlamentswahl erklärt. Offiziell seien die Zahlen aber noch nicht, teilte die Kommission mit.

8,4 Millionen Thailänder hatten demnach am vergangenen Sonntag die Partei von Premierminister Prayut Chan Ocha gewählt. Die größte Partei der demokratischen Opposition, Pheu Thai, bekam 7,9 Millionen Stimmen. Es war die erste Wahl des thailändischen Unterhauses seit dem Militärputsch vor fünf Jahren.

Wahlplakate an einer Straße in Thailand | Bildquelle: DETKHAD CHAMCHONG/EPA-EFE/REX
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Erstmals seit dem Militärputsch 2014 waren die Menschen in Thailand dazu aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen.

Beide Parteien beanspruchen Regierungsbildung für sich

Zur Wahl standen 500 Unterhausmandate. 350 von ihnen wurden direkt gewählt. Die Übrigen sollen nach dem Stimmenverhältnis auf die Parteien aufgeteilt werden.

Wie die Sitze im neu gewählten Parlament verteilt werden, ließ die vom Militär eingesetzte Wahlkommission noch offen. Damit ist unklar, wer in Bangkok künftig die Regierung bilden kann: das Lager der Militärs oder die demokratische Opposition.

Sowohl Palang Pracharat als auch Pheu Thai beanspruchen das Recht der Regierungsbildung für sich. Zu einer Allianz gegen die Militärs hatten sich insgesamt sieben Parteien der demokratischen Opposition zusammengeschlossen.

Betrugsvorwürfe überschatten Wahl

Die Mitteilung der Wahlkommission kam überraschend. Ursprünglich hatte sie die Bekanntgabe neuer Zahlen erst für Freitag angekündigt. Mehr als 2,1 Millionen Stimmen wurden für ungültig erklärt. Insgesamt waren etwa 51 Millionen Thailänder wahlberechtigt.

Die Wahl war von Betrugsvorwürfen überschattet. Die EU, die USA, Australien und andere Staaten verwiesen auf Sorgen vor Unregelmäßigkeiten.

Seit dem Putsch im Jahr 2014 regiert das Militär das südostasiatische Königreich. Der ehemalige Putschgeneral Prayut will weiterhin als Premierminister im Amt bleiben.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 28. März 2019 um 12:30 Uhr in den Nachrichten.

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