Auszählung der Stimmen Thailand | Bildquelle: RUNGROJ YONGRIT/EPA-EFE/REX

Wahlergebnis verzögert sich Thailand muss sieben Wochen warten

Stand: 25.03.2019 16:07 Uhr

Thailand hat gewählt und die Militärs liegen - allen Umfragen zum Trotz - vorn. Doch das Ergebnis lässt noch bis Mai auf sich warten. Das wirft Fragen auf und es nährt die Spekulationen über Wahlbetrug.

Von Holger Senzel, ARD-Studio Singapur

Das Gedränge bei der Pressekonferenz der Wahlkommission war groß - denn es gibt eine Menge drängender Fragen nach dieser thailändischen Wahl, aber die Antworten wurden vertagt. Um fast sieben Wochen.

"Wir wissen jetzt zwar welche Partei das beste Ergebnis hat, aber der nächste Schritt ist die Verkündung des offiziellen Endergebnisses. Die Wahlkommission hat dies auf den 9. Mai festgesetzt."

Junta-Chef Prayut Chan Ocha | Bildquelle: NARONG SANGNAK/EPA-EFE/REX
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Die Partei von Junta-Chef Prayut Chan Ocha liegt vorn.

Fragen und Spekulationen

Das wirft natürlich wieder neue Fragen auf und es nährt die Spekulationen über Wahlbetrug. Noch gestern Abend war die militärnahe Partei von Junta-Chef Prayut Chan Ocha zum Wahlsieger erklärt worden. Und zwar mit einer halben Million mehr Stimmen als die stärkste Oppositionspartei Pheu Thai - gegen alle Umfragen und Erwartungen. In Online-Netzwerkern war von Stimmenkauf und Einschüchterung die Rede. Außerdem wurden fast 1,9 Millionen Stimmen für ungültig erklärt.

Regierende Militärs bei Wahlen in Thailand vor Opposition
tagesschau 20:00 Uhr, 24.03.2019, Sandra Ratzow, ARD Singapur zzt. Bankgok

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Die Wahlkommission versprach die Aufklärung aller Vorwürfe, aber sie ist natürlich ein verlängerter Arm der Militärregierung. Die Pheu Thai Partei, hervorgegangen aus den Rothemden des ehemaligen Premiers Taksin Shinawatra, erklärte sich heute ebenfalls zum Wahlsieger. Spitzenkandidatin Sudarat Keyuraphan will gerichtlich gegen das ihrer Ansicht nach manipulierte Ergebnis vorgehen und sich gemeinsam mit anderen oppositionelle Parteien um die Bildung einer Regierung bemühen.

"Wir stehen fest zu unseren Prinzipien, dass wir bereit sind, mit jeder Partei zusammenzuarbeiten, die nicht den Fortbestand militärischer Gewalt unter General Prayut Chan Ocha unterstützt."

Schwere Suche nach Koalitionspartnern

Für den General dürfte daher im Zweifelsfall die Suche nach einem Büdnispartner schwer werden. Denn auch auch Thanathorn Juangroongruankit von der neugegründeten Future Forward Partei machte deutlich, dass es keine Zusammenarbeit mit den Militärs geben wird. Der 39-jährige Parteigründer muss sich ab Morgen wegen Verunglimpfung des Staates vor Gericht verantworten. Er ist einer der reichsten Männer Thailands - und anders als von der Junta gewünscht, sind diese Wahlen für ihn kein Schlusspunkt, sondern erst der Anfang des politischen Kampfes.

"Diese Wahl ist nicht das Ende. Diese Wahl ist nicht das Ziel unserer Reise. Aber um mehr Demokratie und Gerechtigkeit zu erreichen in der Gesellschaft, brauchen wir mehr Zeit".

Wer sich in den letzten Wochen in Thailand umhörte, konnte leicht zu dem Schluss kommen, dass die Menschen von der Militärjunta die Nase voll haben. Offen wie nie zuvor machten Thailänder ihrem Ärger Luft - die Wut größer als die Angst. Vor allem die sieben Millionen Jungwähler hatten mit den alten Männern der Junta nichts mehr am Hut.

Ein Rap sorgt für Unruhe bei der Junta

Der Rap gegen "Dictatorship" wurde zum Sinnbild des Jugendprotestes: "Wir haben nur eine Wahl – schweigen oder hinter Gittern verrrotten." 60 Millionen mal geklickt - die Junta kapituierte vor dem Erfolg und ließ die Musiker in Ruhe.

Die Frage ist, ob die Militärs ihr demokratisches Mäntelchen anbehalten wenn der zivile Widerstand wächst. Prayut Chan Ochas Nachfolger als Armeechef kann sich jedenfalls vorstellen, dass die Armee so wie 2014 noch einmal gewaltsam für Ruhe sorgt, sollte das Land in eine schwere Krise schlittern. Das hat in Thailand schon eine gewisse Tradition: Seit 1932 putschte das Miitär insgesamt 19 mal.

Ratlosigkeit in Thailand: Offizielles Endergebnis erst im Mai
Holger Senzel, ARD Singapur
25.03.2019 15:45 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 25. März 2019 um 17:00 Uhr und Inforadio um 11:11 Uhr.

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Holger Senzel, NDR

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