Ein Mann legt eine Blume neben einer Kerze nieder. | Bildquelle: AP

Massaker in Texas Tod, Trauer und eine Waffendebatte

Stand: 19.05.2018 05:31 Uhr

Zehn Menschen sterben durch Schüsse in einer Schule in Santa Fe. Wieder versprechen Politiker Entschlossenheit. Wieder herrscht in den USA Trauer. Der Gouverneur von Texas will einen Runden Tisch einberufen.

Von Jan Bösche, ARD-Studio Washington

Zwei Wochen noch, dann hätte die Santa-Fe-Highschool das Ende des Schuljahres gefeiert. Jetzt müssen Schüler, Eltern und Lehrer mit einem Massaker fertig werden, mit Toten und Verletzten. Schüler berichteten von Schüssen und davon, wie sie hörten, dass es Tote gibt.

Eine Schülerin sagte, es sei ihr tägliches Leben, sie sollte sich nicht so fühlen müssen. Sie habe Angst, wieder zurückzugehen.

Zehn Tote bei Schießerei an Schule in Texas
Stefan Niemann, ARD Washington, 18.05.2018, tagesthemen 21:45 Uhr

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Waffen gehören offenbar dem Vater

Der 17-jährige Täter war gestern Morgen mit einer Pistole und einer Schrotflinte in die Schule gekommen und hatte begonnen, um sich zu schießen. Die Waffen gehören offenbar seinem Vater. Außerdem hatte der Täter Sprengsätze gebaut - sie wurden in der Schule und ihrer Umgebung gefunden.

Texas' Gouverneur Greg Abbott sprach von einer verabscheuungswürdigen Tat. "Es ist unmöglich, das Ausmaß des Bösen zu beschreiben, von jemandem, der unschuldige Kinder in einer Schule angreift", sagte er. "Eltern sollten ihre Kinder zur Schule schicken können, ohne sich um ihre Sicherheit sorgen zu müssen."

Trauer nach einem Amoklauf mit zehn Toten an einer Highschool in Texas | Bildquelle: AP
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Trauer nach dem Amoklauf mit zehn Toten in Texas. Offenbar hatte der Täter die Tat schon länger geplant.

Motiv des Täters noch unbekannt

Die Behörden haben bisher noch nichts zum Motiv des Täters gesagt. Offenbar hatte er die Tat schon länger geplant. Gouverneur Abbott sagte, der Täter habe sich selbst umbringen wollen. Dann ergab er sich aber und sagte Polizisten, er habe nicht den Mut gehabt, sich das Leben zu nehmen. Die Polizei ermittelt, ob er einen Helfer hatte.

Der Gouverneur versprach: "Wir müssen mehr tun, als nur für die Opfer und ihre Familien zu beten. Es ist an der Zeit, dass wir in Texas etwas unternehmen. Wir müssen sicherstellen, dass sich so eine Tragödie nicht wiederholt."

Kritiker und Lobbyisten

Abotts Idee ist ein Runder Tisch. Er will Schüler und Eltern versammeln, Waffen-Kritiker und Waffen-Lobbyisten.

Erst vor drei Monaten hatte es ein Schul-Massaker gegeben, in Florida. 17 Menschen kamen ums Leben. Die Schüler der betroffenen Schule in Parkland trauerten nicht nur - sie forderten neue Gesetze und zettelten eine nationale Debatte an. Schüler an Schulen im ganzen Land beteiligten sich an Protesten - auch an der Santa-Fe-Highschool.

Eine Schülerin sagte darum, sie sei nicht überrascht, so etwas passiere überall. Sie habe immer gedacht, irgendwann passiert es auch hier.

Merkel kondoliert

Nach der Schießerei an einer High School im US-Bundesstaat Texas hat Bundeskanzlerin Angela Merkel den Angehörigen der Opfer ihr Mitgefühl ausgedrückt. Wie Regierungssprecher Steffen Seibert im Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte, sandte die Kanzlerin ein Kondolenztelegramm an US-Präsident Donald Trump, in der sie erklärte, dass sie "mit großer Bestürzung" von der "Tragödie an der Santa Fe High School" erfahren habe.

"Erneut sind Menschen in einem schrecklichen Akt der Gewalt mitten aus dem Leben gerissen worden", so Merkel. Die Gewalttat habe sich "ausgerechnet an einer Schule, einem Ort, der eigentlich den Weg in das Leben ebnen soll", ereignet. "Das Mitgefühl und die Anteilnahme aller Deutschen gelten den Angehörigen und Familien der Opfer", schrieb die Kanzlerin.

Schnelle Konsequenzen versprochen

Präsident Trump sagte, solche Taten gebe es schon zu lange in diesem Land. "Meine Regierung ist entschlossen, alles zu tun, unsere Schüler und Schulen zu beschützen, Waffen von denen fernzuhalten, die eine Bedrohung für sich und andere sind", so Trump. Wie genau das aussehen könnte, sagte er nicht.

Nach dem Schulmassaker in Florida hatte Trump schnelle Konsequenzen versprochen. Das machte Waffengegnern Hoffnung und Waffenrechts-Lobbyisten Sorgen. Am Ende setzte Trump aber nur eine Arbeitsgruppe ein, die Vorschläge machen soll. In diesem Monat erst war er in Texas, bei der Jahresversammlung der Waffenlobby-Gruppe NRA. Dort versprach Trump, das verfassungsgemäße Recht auf eine Waffe nicht anzutasten.

Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, vor Journalisten in Santa Fe. | Bildquelle: dpa
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Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, will einen Runden Tisch einberufen, um Schüler und Eltern sowie Waffen-Kritiker und Waffen-Lobbyisten zu versammeln.

Waffenkäufer besser überprüfen

Der Demokrat Ted Deutsch aus Florida erinnerte bei CNN an Trumps früheres Versprechen. "Er sagte, er wisse nicht, warum kein anderer Präsident etwas getan habe. Er werde es tun - und er hat nichts unternommen", so Deutsch. "Er könnte einfach sein Versprechen einhalten, vernünftige Schritte gegen Waffengewalt zu unternehmen, die eine breite Unterstützung haben - sofort."

Da geht es nicht darum, Waffen zu verbieten - eine breite Unterstützung gibt es dafür, Waffenkäufer besser zu überprüfen oder Regeln zu verändern, nach denen Waffen beschlagnahmt werden können. Aber politische Mehrheiten dafür zu finden, ist schwer.

Schulmassaker in Texas: Debatte um Waffengewalt in USA
Jan Bösche, MDR Washington
19.05.2018 09:02 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 18. Mai 2018 um 18:00 Uhr.

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