Das Gebäude des US-Konsulats in Istanbul.

Mögliche Gefahr für Ausländer USA warnen vor Anschlägen in der Türkei

Stand: 23.10.2020 16:17 Uhr

Die US-Vertretung in der Türkei hat nach eigenen Angaben Hinweise auf bevorstehende Terrorangriffe erhalten. Ziele könnten das US-Konsulat in Istanbul oder bei Ausländern beliebte Orte in türkischen Großstädten sein.

Die USA haben nach eigenen Angaben Hinweise auf potentielle Terrorangriffe und Geiselnahmen in der Türkei erhalten. Diese könnten sich gegen US-amerikanische Staatsbürger, andere Ausländer in Istanbul und das dortige US-Konsulat richten, hieß es in einer Mitteilung der US-Vertretung in der Türkei. Einzelheiten zu den Hinweisen wurden zunächst nicht bekannt.

Die US-Botschaft in der Hauptstadt Ankara rief Amerikaner zur Vorsicht im Bereich größerer Bürogebäude, in Einkaufszentren sowie an anderen Orten auf, an denen vermehrt ausländische Staatsangehörige verkehrten. Die Konsulatsdienste und Visa-Angelegenheiten würden in allen US-Konsulaten des Landes vorübergehend ausgesetzt, hieß es.

Immer wieder Terroranschläge in der Türkei

Die US-Vertretungen in der Türkei waren schon mehrfach das Ziel von Anschlägen oder Anschlagsdrohungen. So wies die US-Regierung 2016 alle zivilen Angehörigen seiner Diplomaten in Istanbul an, das Land wegen einer wachsenden Anschlagsgefahr zu verlassen. Extremisten würden versuchen, US-Bürger in ihren Wohnvierteln in Istanbul anzugreifen oder dort, wo sie sich häufig aufhielten. Außerdem wurde die US-Botschaft in Ankara im März 2018 wegen einer konkreten Anschlagsgefahr geschlossen.

Die Türkei war vor allem in den Jahren 2015 und 2016 Schauplatz zahlreicher tödlicher Anschläge, die der Terror-Miliz Islamischer Staat (IS) zugeschrieben oder von dieser beansprucht wurden. In der Silvesternacht 2017 waren bei einem Anschlag auf den Istanbuler Nachtclub "Reina" 39 Menschen getötet worden. Die Polizei hatte nach dem "Reina"-Anschlag ihr Vorgehen gegen die IS-Miliz deutlich verschärft und hunderte Verdächtige festgenommen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 23. Oktober 2020 um 16:45 Uhr.

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