Zusammenstöße in Jerusalem | AFP

Ende des Fastenmonats Ramadan Verletzte bei Zusammenstößen in Jerusalem

Stand: 07.05.2021 22:02 Uhr

Bei Unruhen am Tempelberg in der Jerusalemer Altstadt hat es mehr als 160 Verletzte gegeben. Die Polizei setzte Gummigeschosse ein. Wegen drohender Zwangsräumungen ist die Lage seit Tagen angespannt.

Am letzten Freitag im islamischen Fastenmonat Ramadan ist es an mehreren Orten in Jerusalem zu Zusammenstößen zwischen Palästinensern und der israelischen Polizei gekommen. Bei Unruhen am Tempelberg in der Jerusalemer Altstadt wurden am Abend mehr als 160 Menschen verletzt, wie örtliche Medien unter Berufung auf den Roten Halbmond berichteten.

Polizei setzte Blendgranaten ein

Im Anschluss an das Abendgebet, zu dem sich Zehntausende Muslime an der heiligen Stätte versammelt hatten, warfen nach Polizeiangaben hunderte Personen mit Steinen, Flaschen und anderen Gegenständen nach den Beamten. Die Polizei sperrte laut Berichten Aufgänge zum Tempelberg sowie das Damaskustor zur Altstadt und ging unter anderem mit Gummigeschossen und Blendgranaten gegen die Menge vor.

Die israelische Polizei hatte sich angesichts der Freitagsgebete bereits auf neue Zusammenstöße mit protestierenden Palästinensern vorbereitet.

Wachsende Spannungen

Derzeit gibt es unter anderem massive Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern wegen drohender Zwangsräumungen für palästinensische Familien im von Israel annektierten Ost-Jerusalem. Seit einigen Tagen kommt es deswegen täglich zu teils gewaltsamen Protesten.

Die palästinensische Führung machte laut Medienberichten Israel für die Eskalation verantwortlich. Eine Fortsetzung der israelischen Besatzung und Verbrechen gegen Palästinenser würden die Spannungen verschärfen und eine gefährliche Eskalation zur Folge haben, sagte der Sprecher des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas, Nabil Abu Rudeineh.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. Mai 2021 um 22:00 Uhr.