Menschen bejubeln die Entscheidung des Parlaments für die Ehe für Alle in Taiwan. | Bildquelle: REUTERS

Als erstes asiatisches Land Taiwan führt Ehe für alle ein

Stand: 17.05.2019 09:13 Uhr

Als erstes Land in Asien führt Taiwan die Ehe für alle ein. Das Parlament folgt einem Urteil des Verfassungsgerichts und stellt damit gleichgeschlechtliche Beziehungen rechtlich verheirateten Paaren gleich.

Als erstes asiatisches Land führt Taiwan die Ehe für Homosexuelle ein. Das Parlament in Taipeh stimmte für ein entsprechendes Gesetz. Es sieht vor, dass Paare zunächst einen "dauerhaften exklusiven Bund" eingehen und später die Eintragung als Ehe beantragen können. Damit sollen gleichgeschlechtliche Ehen etwa bei Steuern, Versicherungen und dem Sorgerecht für Kinder anderen Ehen rechtlich gleichgestellt sein.

Konservative Politiker hatten in den vergangenen Monaten versucht, die Reform zu verhindern. Sie setzten sich dafür ein, gleichgeschlechtliche Partnerschaften rechtlich gesondert zu behandeln.

Urteil von 2017 umgesetzt

Das Verfassungsgericht des Inselstaats hatte im Mai 2017 ein Urteil zugunsten gleichgeschlechtlicher Ehen gefällt und der Regierung eine Frist von zwei Jahren gesetzt, um entsprechende Gesetzesänderungen vorzunehmen.

Die Akzeptanz für schwule und lesbische Partnerschaften in Taiwan begann in den 1990er-Jahren, als die heute regierende Fortschrittspartei sich des Themas annahm, um Taiwan in Asien als offene Gesellschaft zu propagieren. Heute ist das Land eine Demokratie mit einer lebendigen Zivilgesellschaft.

Menschen demonstrieren dafür, dass das Parlament für die Ehe für Alle in Taiwan stimmt. | Bildquelle: AP
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Außerhalb des taiwanischen Parlamentsgebäudes demonstrierten Menschen für die gleichgeschlechtliche Ehe.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. Mai 2019 um 09:00 Uhr.

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