Ein Auto fährt durch Fluten. | Bildquelle: dpa

Taifun erreicht Philippinen "Mangkhut" bedroht Millionen Menschen

Stand: 15.09.2018 05:45 Uhr

Taifun "Mangkhut" ist deutlich stärker als Hurrikan "Florence" vor den USA. Im Nordosten der Philippinen traf er auf Land. Dächer flogen weg, der Strom fiel aus. Millionen Menschen sind betroffen.

Taifun "Mangkhut" ist im Nordosten der Philippinen auf Land getroffen. Der gewaltige Wirbelsturm sei gegen zwei Uhr in der Nacht zum Samstag (Ortszeit) in der Küstenstadt Baggao in der Provinz Cagayan angekommen, berichteten Meteorologen. Blechdächer hätten sich aus ihren Verankerungen gelöst, vielerorts sei der Strom ausgefallen.

Der Sturm erreichte Windgeschwindigkeiten von bis zu 255 Kilometern pro Stunde, in Böen gar von 330 Kilometern pro Stunde. Er entwurzelte Bäume, deckte Dächer ab und sorgte für Stromausfälle. Insgesamt sollen mindestens 5,2 Millionen Menschen von dem Sturm betroffen sein. Das Rote Kreuz der Philippinen geht aufgrund der Zerstörungskraft sogar von bis zu zehn Millionen Betroffenen aus.

Satellitenfoto vom Taifun "Mangkhut" | Bildquelle: dpa
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Ein Satellitenbild zeigt, wie sich der Taifun ausbreitet.

Damit ist "Manghkut" um einiges stärker als der Hurrikan "Florence", der die Südostküste der USA bedroht. Der Taifun entspricht auf der Skala der Hurrikane des Atlantiks einem Sturm der höchsten Kategorie 5.

Flüge wurden gestrichen und der Schiffsverkehr in den betroffenen Regionen des Inselstaats eingestellt.

Bis zu vier Stockwerke hohe Flutwellen?

Die gewaltigen Regenmassen, die "Mangkhut" mit sich führt, könnten Überschwemmungen und Erdrutsche in dicht besiedelten Gebieten auslösen, warnen Meteorologen. Bis zu vier Stockwerke hohe Flutwellen könnten die Küste treffen, sagte Michael Conag vom Katastrophenschutz. Besonders einfache Hütten seien gefährdet - und gerade diese sind in den Küstengebieten weit verbreitet.

Die Philippinen werden jedes Jahr von durchschnittlich 20 Taifunen und Tropenstürmen heimgesucht, alljährlich gibt es Hunderte Todesopfer. Wenn "Mangkhut" die Philippinen hinter sich gelassen hat, wird der Taifun nach Prognosen des Observatoriums von Hong Kong am Montagmorgen (Ortszeit) südlich der Metropole das chinesische Festland erreichen. Dann dürften die Windgeschwindigkeiten noch 175 Kilometer pro Stunde betragen, teilte die Einrichtung mit.

Hütten in der Stadt Tuguegarao in der philippinischen Provinz Cagayan | Bildquelle: AFP
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Gerade in der Küstenregion stehen viele einfache Häuser, die bei einem Taifun besonders gefährdet sind.

Taifun "Mangkhut" erreicht Philippinen
Holger Senzel, ARD Singapur
15.09.2018 08:14 Uhr

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Stichwort: Taifun

Tropische Wirbelstürme tragen je nach Region unterschiedliche Namen: Hurrikan im westlichen Atlantik und im östlichen Pazifik, Zyklon im Indischen Ozean und Taifun im westlichen Pazifik. Taifune entstehen vor allem von Juli bis November über dem Meer, wenn das Oberflächenwasser eine Temperatur von mindestens 26 Grad Celsius hat und stark verdunstet. Über Land verlieren sie schnell an Kraft, da der Nachschub feuchtwarmer Luftmassen fehlt.

Ein tropischer Wirbelsturm kann einen Durchmesser von einigen hundert Kilometern haben. Typisches Kennzeichen ist das sogenannte Auge, eine windstille Zone von ungefähr 20 Kilometern Durchmesser im Wirbelzentrum. Die Luftmassen rotieren rasend schnell um das Auge des Sturms, der sich selbst eher gemächlich vorwärts bewegt.

Quelle: dpa

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 14. September 2018 um 12:15 Uhr.

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