Beerdigung von Opfern des Giftgasangriffs in Chan Scheichun | Bildquelle: AFP

Mutmaßlicher Giftgasangriff Niemand will es gewesen sein

Stand: 06.04.2017 17:46 Uhr

Nach dem mutmaßlichen Giftgaseinsatz in Syrien ist weiter unklar, wer den Angriff verantwortet. Waren es Assads Truppen? Trump ist sich sicher und droht dem Machthaber. Auch die Türkei will jetzt Belege haben. Doch das Regime hält dagegen.

Auch zwei Tage nach dem mutmaßlichen Chemiewaffen-Angriff auf die syrische Stadt Chan Scheichun ist noch unklar, wer dahinter steckt. Dass Giftgas eingesetzt wurde, soll nach Angaben der türkischen Regierung inzwischen belegt sein. Die Obduktion von drei in die Türkei gebrachten Syrern habe das ergeben, erklärte der Justizminister Bekir Bozdag. Es soll das Nervengas Sarin sein, das die Analysen ermittelt haben. Das Gas gehört zu den giftigsten Kampfstoffen, das durch Einatmen und über die Haut aufgenommen wird. In Minuten führt Sarin zur Atemlähmung und Herzstillstand.

WHO bestätigt Giftgas-Einsatz

Giftgasangriff in Syrien | Bildquelle: AFP
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Laut der Türkei ist nun sicher, dass Giftgas in Idlib eingesetzt wurde.

Vertreter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Organisation für das Verbot chemischer Waffen hatten die Untersuchung vorgenommen und kamen demnach zu einem übereinstimmenden Ergebnis. Bozdag sagte laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Anadolu, die Untersuchung habe zudem ergeben, dass die Chemiewaffen von der syrischen Führung von Machthaber Bashar al-Assad eingesetzt wurden.

Bei dem Angriff waren nach Angaben von Aktivisten mehr als 80 Menschen getötet worden, Dutzende weitere wurden verletzt. Nach Angaben der WHO zeigten die Verletzten typische Symptome, die bei Kontakt mit sogenannten Nervenkampfstoffen auftreten.

Syrien will keine Chemiewaffen eingesetzt haben
tagesschau 20:00 Uhr, 06.04.2017, Daniel Hechler, ARD Kairo

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Was macht Trump?

Westliche Vertreter, unter ihnen US-Präsident Donald Trump, machten Assad für den Angriff verantwortlich. Mehrere Linien seien überschritten worden, sagte Trump, ließ das weitere Vorgehen jedoch offen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnete Assad am Mittwoch als "Mörder".

Das Regime bestreitet die Vorwürfe jedoch weiter: "Ich betone, dass wir diese Art von Waffen nicht eingesetzt haben und nicht einsetzen werden, weder gegen Zivilisten noch gegen Terroristen", sagte der syrische Außenminister Walid al-Muallim. Eine internationale Untersuchung sehe er mit Skepsis. Frühere Erfahrungen in dieser Richtung seien "nicht ermutigend" gewesen. Derartige Ermittlungen dürften nicht politisch missbraucht werden. Sie müssten ihren Ursprung in Damaskus haben, weit vom Einfluss der Türkei entfernt.

"Keine andere Option als den Sieg"

Die syrische Regierung hält weiter an ihrer Erklärung für den Chemiewaffenangriff fest: Die Luftwaffe habe ein Munitionslager angegriffen, das der islamischen Nusra-Front gehört habe. Diese, wie auch die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS), lagere in Wohngebieten Chemiewaffen aus dem Irak und der Türkei. Das ist auch die Version, die Russland stützt. Der russische Präsident Wladimir Putin forderte eine "sorgfältige unparteiische internationale Untersuchung".

Assad gibt sich unbeirrt selbstbewusst. Im Bürgerkrieg sähe er keinen Spielraum mehr für eine Verhandlungslösung, sagte der Diktator der kroatischen Zeitung "Vecernji List". "Es gibt keine andere Option als den Sieg." Seine Regierung könne mit den Oppositionsgruppen keine Ergebnisse erzielen. Das Interview wurde anscheinend vor dem Giftgaszwischenfall geführt.

USA drohen nach Luftangriff mit Alleingang gegen Syrien
tagesschau 20:00 Uhr, 06.04.2017, Ina Ruck, ARD Washington

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Über dieses Thema berichtete die Tagesschau am 05. April 2017 um 21:00 Uhr.

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